7. Juli 2020

Bundesregierung beschließt 5-Punkte Maßnahmenpaket zur weiteren Unterstützung der deutschen Exportwirtschaft

 

Verbesserungen bei Liquiditätsausstattung, Finanzierung und Refinanzierung – Exporteure und Banken profitieren – Shopping-Line-Deckung bietet Anreize zu „Buy in Germany“

Zum 1. Juli treten weitere Maßnahmen in Kraft, die darauf abzielen, die Liquiditätssituation von Exporteuren und Importeuren zu verbessern, die Finanzierung von Geschäften zu erleichtern und die Refinanzierungsmöglichkeiten von Banken auszuweiten.

Im Einzelnen hat die Bundesregierung folgendes 5-Punkte Maßnahmenpaket zur Unterstützung der deutschen Exportwirtschaft beschlossen (vgl. hierzu auch das Factsheet, s. LINK):

720-Tage Bestellerkredit zu Sonderkonditionen (befristet bis 30.06.2021)
Auch solide wirtschaftende Auslandskunden mit einem funktionieren Geschäftsmodell sehen sich in der gegenwärtigen Krise Liquiditätsengpässen ausgesetzt. Um gewachsene Kundenbeziehungen weiterhin aufrechterhalten zu können, hat die Bundesregierung beschlossen, die Finanzierung hermesgedeckter Geschäfte zu kurzfristigen Kreditlaufzeiten zu verbessern. Ab dem 1. Juli 2020 bietet der Bund mit dem 720-Tage Bestellerkredit Importeuren ein liquiditätsschonendes Finanzierungsinstrument zu Sonderkonditionen an. Der Kredit läuft maximal 720 Tage und kann am Ende der Laufzeit in einer Summe zurückgezahlt werden (Bulletzahlung). Zwischenzahlungen entfallen. Die Anzahlung, die vor Risikobeginn geleistet werden muss, beträgt nur fünf Prozent.
 Nachträgliche Finanzierung von Geschäften auf Lieferantenkreditbasis (befristet bis 30.06.2021)
Abgesicherte Exportgeschäfte auf Lieferantenkreditbasis können über einen mittel-/langfristigen Bestellerkredit nachträglich finanziert werden. Voraussetzung: Es besteht bereits eine Lieferantenkreditdeckung und der Deckungsnehmer kann seinen Finanzierungswunsch mit coronabedingten Entwicklungen begründen.

Mit der Shopping-Line-Deckung geht der Bund ganz neue Wege. Sie ist eine besondere Form der Finanzkreditdeckung und rückt bewusst den Importeur in den Fokus. Dadurch erleichtert sie deutschen Exporteuren den Zugang zu Beschaffungsprogrammen bonitätsstarker Auslandskunden. 

Und so funktioniert die neuartige Finanzkreditdeckung: 
Der Bund sichert eine Kreditlinie eines ausländischen Kunden ab. Der Kunde kann dann bei deutschen Exporteuren Waren und Dienstleistungen bestellen. Die Bank bündelt diese Geschäfte nachträglich zu einer Kredittranche mit einem einheitlichen Rückzahlungsprofil. Diese Kredittranche wird dann auf die hermesgedeckte Kreditlinie angerechnet.

Die Shopping-Line-Deckung bietet den Käufern deutscher Waren eine Reihe von Vorteilen: Bereits sehr frühzeitig können sie eine Indikation zur Höhe der möglichen Kreditlinie erhalten. Zudem profitieren sie von den guten Finanzierungskonditionen, die mit einer Bundesdeckung verbundenen sind. 

Durch die Auftragsbündelung sinkt zudem der administrative Aufwand, mit der Folge, dass die kleinvolumige Auftragsvergabe nach Deutschland an Attraktivität gewinnt. „Buy in Germany“ – das lohnt sich dank Shopping-Line-Deckung künftig gerade für Small Tickets. Insbesondere deutschen KMU werden dadurch neue Absatzmärkte erschlossen. Auch für exportfinanzierende Banken ergeben sich Erleichterungen, da die Dokumentation des Kreditgeschäfts erheblich vereinfacht wird. 

Um die Shopping-Line-Deckung besonders bei bestehenden Kundenverhältnissen noch attraktiver zu machen, können unter bestimmten Voraussetzungen auch Geschäfte in die Deckung einbezogen werden, die vor Antragstellung abgeschlossen wurden (Reachback). 

Für die Absicherung seines Exportgeschäfts zahlt der Deckungsnehmer ein risikoadäquates Entgelt. Maßgeblich für die Höhe des Entgelts sind drei Parameter: die Länderkategorie des Empfängerlandes, die Kreditlaufzeit der Finanzierung und die Bonitätseinstufung des Bestellers. Um einen coronabedingten Liquiditätsengpass beim Exporteur abzufedern, hat die Bundesregierung Erleichterungen bei den Entgeltzahlungen beschlossen.

Bei Prolongationen (befristet bis 30.06.2021)
Im Einzelfall kann bei Kreditprolongationen, die im Zusammenhang mit coronabedingten Entwicklungen notwendig werden, von der Erhebung eines Entgelts auf die dann verlängerte Risikolaufzeit abgesehen werden, um hierdurch einen Schaden abzuwenden. Dies kann auch für Fälle gelten, in denen Prolongationszinsen (maximal in Höhe des ursprünglichen Zinssatzes) in Deckung genommen werden.

Bei Entgeltfälligkeiten (befristet bis 30.06.2021)
Vor Risikobeginn: Bei unveränderten Liefer-/Leistungs-/Fertigungszeiten hat der Deckungsnehmer die Möglichkeit, das Entgelt im Ausnahmefall erst bei Fabrikationsbeginn (anstatt bei Deckungsübernahme) bzw. auch bei Großgeschäften zu 100 Prozent bei Risikobeginn (anstatt zu 25 Prozent bereits bei Aushändigung der Deckungsurkunde) zu zahlen.
Sollten sich die Liefer-/Leistungs-/Fertigungszeiten um mehr als drei Monate verschieben, kann als Ausnahme im Hinblick auf die Fälligkeit des Entgelts auf diesen veränderten Risikobeginn abgestellt werden.
Sollte in seltenen Fällen eine Entgeltfälligkeit erst nach Risikobeginn notwendig sein, kann dies auch möglich sein, es sind aber dann bei der Einzelfallbetrachtung insbesondere haushaltsrechtliche Vorgaben und der OECD-Konsensus zu beachten.

Bei der APG (befristet bis 31.12.2020)
Bei der bewährten Sammeldeckung des Bundes (sog. Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistungen, APG) wird der Entgeltsatz für ein neues Vertragsjahr u.a. auf Basis der Schadenerfahrungen kalkuliert. Um coronabedingte Verteuerungen abzufedern, wird in Zukunft bei coronabedingten Schäden mit Fälligkeiten zwischen 01.03.2020 und 31.12.2020 automatisch der schadenbedingte Standard-Malus von 10 auf 5 Prozent halbiert.

Einführung einer neuen Variante der Verbriefungsgarantie für die Refinanzierung bei Pfandbriefbanken (unbefristet)
Für die Refinanzierung hermesgedeckter Exportkredite bei Pfandbriefbanken hat die Bundesregierung eine zusätzliche Variante der Verbriefungsgarantie eingeführt. Damit wird Nicht-Pfandbriefbanken unter bestimmten Voraussetzungen wieder eine Refinanzierung bei Pfandbriefbanken mit einer Bundesdeckung ermöglicht und somit die Möglichkeit von Exportfinanzierungen verbessert.

KfW-Refinanzierungsprogramm
 Das bestehende Refinanzierungsprogramm der KfW für bundesgedeckte Exportkredite ist bis zum Ende des Jahres befristet. Der Bund ist in Gesprächen mit der Europäischen Kommission, inwieweit das Programm verlängert und seine Konditionen angepasst werden können.

Gültigkeit der Auszahlungsvoraussetzungen für Finanzkreditdeckungen auch im Bestandsgeschäft (unbefristet)
Ende des vergangenen Jahres wurden die Auszahlungsvoraussetzungen für gebundene Finanzkredite vereinfacht. So müssen beispielsweise bei Großprojekten auf Antrag nur noch solche Lieferungen und Leistungen vom Exporteur nachgewiesen und von der Bank plausibilisiert werden, die im Vorfeld als wesentlich anerkannt wurden.  Auch der Nachweis, dass der ausländische Kunde die erforderliche Anzahlung geleistet hat bzw. bei einer Finanzierung im Erstattungsverfahren den Kaufpreis von seinem Auslandskunden erhalten hat, wurde vereinfacht.
Bis dato galten die modifizierten Auszahlungsvoraussetzungen ausschließlich für neu übernommene Finanzkreditdeckungen. Jetzt greifen sie grundsätzlich auch für das Bestandsgeschäft. Dies ist ein wichtiger Beitrag, damit Banken gedeckte Kredite künftig noch schneller auszahlen können.

Wahlrecht auf Einmalentschädigung für Non-performing Loans (unbefristet)
Mit der Kapitaladäquanzverordnung (Capital Requirements Regulation) legt die Bankenaufsicht die Eigenmittelanforderungen für notleidende Kredite fest. Um negativen Auswirkungen für bundesgedeckte Finanzierungen entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung die Möglichkeit einer Einmalentschädigung für Non-performing Loans geschaffen. Auf Antrag erhält die Bank die Entschädigung in einem Betrag (mit einer technischen Obergrenze), was sich im Gegenzug eigenkapitalentlastend auswirkt. 
 
Das  Wahlrecht auf Einmalentschädigung kann ab Stellung des ersten Entschädigungsantrages bis zum Abschluss des Entschädigungsverfahrens flexibel ausgeübt werden. 

30. März 2020

Marktfähige Risiken

EU ermöglicht ab sofort staatliche Absicherung von Exporten zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen innerhalb der EU und in ausgewählte OECD-Ländern

  • Ausnahmeregelung gilt bis zum 31.12.2020
  • Wichtiger Beitrag zur Stützung der Exportwirtschaft
  • Bund und sein Mandatar (Euler Hermes) stehen bereit

Exportgeschäfte zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen (bis 24 Monate Kreditlaufzeit) können innerhalb der EU sowie in ausgewählten Ländern der OECD ab sofort mit staatlichen Exportkreditgarantien abgesichert werden. Eine entsprechende Ausnahmeregelung hat die EU-Kommission am 27. März 2020 beschlossen.

Die erweiterten Deckungsmöglichkeiten sind zunächst bis zum 31.12.2020 befristet. Sie gelten für alle 27 EU-Staaten sowie Australien, Island, Japan, Kanada, Neuseeland, Norwegen, die Schweiz, die USA und das Vereinigte Königreich (Länderübersicht). 

Weiterführende Informationen stehen Ihnen auf unserer Website "Exportkreditgarantien für EU- und OECD-Länder" zur Verfügung. 

Unter der Service-Hotline +49 (0)40 8834-9000 unterstützen Sie unsere Firmenberater bei allen Fragen rund um die Beantragung einer Hermesdeckung.

16. März 2020

Was Sie wissen müssen

Die Auswirkungen des Coronavirus sind in der globalen Wirtschaft und den exportorientierten Unternehmen Deutschlands deutlich zu registrieren. Als Kunde der Exportkreditgarantien des Bundes (Hermesdeckungen) nutzen Sie eines der zentralen Außenwirtschaftsförderinstrumente. Der Bund stellt Ihnen mit den Exportkreditgarantien eine flexible, effektive und umfassende Unterstützung bereit, insbesondere in ernsten Situationen wie der Finanzkrise 2008 oder der aktuellen Coronakrise. Das Instrument hat sich gerade in der letzten Finanzkrise in hohem Maße bewährt und die im Haushalt 2020 verfügbaren Gewährleistungen reichen aus für eine vergleichbare Steigerung des Absicherungsvolumens.  

An dieser Stelle möchten wir Ihnen Fragen in diesem Zusammenhang beantworten und Informationen zu den Exportkreditgarantien des Bundes bereitstellen.

Wichtige Informationen zu den Exportkreditgarantien – Fragen und Antworten

Ja. Für konkrete Fragen zu Deckungsmöglichkeiten wenden Sie sich bitte an die Euler Hermes AG (Kontakt: +49 (0) 40 8834 9000).

Der Coronavirus führt nicht dazu, dass ein bestehender Deckungsschutz entfällt oder eingeschränkt wird. Eine Entschädigungsfähigkeit unter einer Hermesdeckung hängt u. a. von dem Deckungsprodukt und der Einhaltung der Entschädigungsvoraussetzungen ab. 

Das am 13.03.2020 von den beiden Bundesministern Scholz und Altmaier vorgestellte Maßnahmenpaket ist ein umfassendes Hilfsprogramm und soll dazu beitragen, Beschäftigte und Unternehmen vor den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus zu schützen. Das Maßnahmenpaket umfasst eine Reihe von Finanzierungs- und Absicherungsinstrumenten, einschließlich der Exportkreditgarantien des Bundes. Sie stehen in der aktuellen Krise auch weiterhin zur Absicherung von Exportgeschäften und -finanzierungen zur Verfügung. Die Exportkreditgarantien, die Exporteure und Banken gegen wirtschaftlich und politisch bedingte Forderungsausfälle absichern, werden auf Grundlage einer umfangreichen haushaltsrechtlichen Ermächtigung übernommen. Für den Fall, dass ein zusätzlicher Bedarf an Exportdeckungen besteht, kann der Bund die Ermächtigung sehr schnell ausweiten. Somit stehen auch im Bereich der Exportkreditgarantien des Bundes ausreichend Mittel zur Verfügung, um Exporteure und Banken in dieser schwierigen Zeit wirkungsvoll zu schützen.

Die Exportkreditgarantien des Bundes sind für exportorientierte Unternehmen ein wichtiges Element der Risikosteuerung. In Zeiten wie diesen haben sie für Exporteure jedoch eine noch größere Bedeutung, weil auch langjährige und solvente Kunden in Zeiten der Corona-Krise plötzlich und unverschuldet in Zahlungsschwierigkeiten geraten können. Der Bund bietet Ihnen mit seinen Exportkreditgarantien einen weitreichenden Schutz. Das Risiko eines Zahlungsausfalls geht zu einem großen Teil auf den Bund über. In der Praxis bedeutet dies grundsätzlich: Ist Ihr Kunde weiterhin zur Zahlung verpflichtet und kann nicht zahlen, springt der Bund ein. Ob Ihr Auslandskunde trotz der Corona-Krise noch zur Zahlung verpflichtet ist, hängt maßgeblich von Ihren exportvertraglichen Vereinbarungen ab. Kann Ihr Kunde aufgrund einer in den Exportvertrag aufgenommenen Force Majeure-Klausel z.B. kündigen, wird er auch nicht mehr zur Zahlung verpflichtet sein.
 
Daher unsere Empfehlung, überprüfen Sie Ihre Exportverträge:
·
         Wie sind die Risiken beim Eintritt unvorhergesehener Ereignisse während der Vertragserfüllung verteilt?
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         Bestehen Kündigungsrechte?
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         Tragen Sie das Beschaffungsrisiko, wenn Ihre Unterlieferanten infolge unvorhergesehener Umstände die Zulieferungen nicht rechtzeitig 
          vornehmen können oder haben Sie selbst das Recht zur Vertragskündigung, um die Ziehung von Vertragsgarantien zu verhindern?
 
Gegen das Risiko, dass trotz Ihrer Kündigung die Vertragsgarantien gezogen werden, können Sie sich beim Bund mit einer Vertragsgarantiedeckung absichern. 

Die Exportkreditgarantien werden auf Grundlage einer umfangreichen haushaltsrechtlichen Ermächtigung übernommen. Diese kann bei Bedarf sehr schnell ausgeweitet werden. Es stehen ausreichend Mittel zur Verfügung, um Exporteure und Banken zu unterstützen.

Die Förderungswürdigkeit und die risikomäßige Vertretbarkeit des Geschäfts sind weiterhin die maßgeblichen Kriterien für die Übernahme einer Exportkreditgarantie. Beide Deckungskriterien müssen im Antragsverfahren für jeden Einzelfall geprüft und positiv festgestellt werden. Dies gilt auch in der Krise.  Allerdings setzen die verantwortlichen Ministerien und Euler Hermes als Mandatar des Bundes alles daran, die Entscheidungen schnellstmöglich zu treffen.

Die Exportkreditgarantien stehen grundsätzlich allen Exportunternehmen zur Verfügung, die ihren Sitz in Deutschland haben.

Die Förderungswürdigkeit und die risikomäßige Vertretbarkeit des Geschäfts sind weiterhin die maßgeblichen Kriterien für die Übernahme einer Exportkreditgarantie. Beide Deckungskriterien müssen im Antragsverfahren für jeden Einzelfall geprüft und positiv festgestellt werden. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus können dabei eine Rolle spielen.

In der aktuellen Krise setzen die Bundesregierung und Euler Hermes als Mandatar des Bundes alles daran, die Antragsbearbeitung möglichst unbürokratisch und schnell abzuwickeln. Entsprechende organisatorische und personelle Vorkehrungen wurden bereits getroffen. Unabhängig von allen Bestrebungen, das Antragsverfahren möglichst kurz zu halten, hängt die Bearbeitungszeit in nicht unerheblichem Maße von der Komplexität des abzusichernden Geschäftes sowie der Qualität der durch den Antragsteller bereitgestellten Unterlagen ab.

Grundsätzlich müssen alle Deckungsanträge vor Risikobeginn gestellt werden. Dies bedeutet, dass eine Lieferantenkreditdeckung vor Lieferbeginn und eine Fabrikationsrisikodeckung vor Fertigungsbeginn beantragt werden muss.

Hermesdeckungen bieten Exporteuren Schutz vor Forderungsausfällen. Das gilt auch, wenn der Grund für eine Zahlungsunfähigkeit Ihres ausländischen Kunden in einer Pandemie begründet liegt. Kann Ihr Kunde nicht zahlen, obwohl er weiterhin zur Zahlung verpflichtet ist, springt grundsätzlich der Bund ein. Die bestehende Zahlungsverpflichtung ist entscheidend! Ob Ihr Auslandskunde trotz der Corona-Krise noch zur Zahlung verpflichtet ist, hängt wiederum maßgeblich von Ihren exportvertraglichen Vereinbarungen ab. Kann Ihr Kunde aufgrund einer im Exportvertrag stehenden Force Majeure-Klausel z.B. den Vertrag kündigen, wird er auch nicht mehr zur Zahlung verpflichtet sein.

Die Corona-Krise führt nicht dazu, dass ein bestehender Deckungsschutz entfällt oder eingeschränkt wird.

Die Übernahme von Exportkreditgarantien darf aus rechtlichen Gründen nur gegen Zahlung einer risikoadäquaten Prämie erfolgen. Unter bestimmten Voraussetzungen (insbesondere, wenn die Einziehung mit erheblichen Härten verbunden wäre) ist aber eine Stundung der Prämie möglich. Stundungsanträge können erforderlichenfalls formlos und einzelfallbezogen gestellt werden.

Schäden können sowohl in der Herstellungsphase entstehen als auch den Ausfall einer Forderung nach Lieferung umfassen. Für beide Konstellationen bietet der Bund Deckungsschutz an: Eine Fabrikationsrisikodeckung für Schäden in der Herstellungsphase und eine Lieferantenkreditdeckung für einen möglichen Forderungsausfall (Forderungsdeckung).

Bei allen Fragen rund um das Thema Exportkreditgarantien ist Euler Hermes ihr erster Ansprechpartner. Euler Hermes ist vom Bund mit der Bearbeitung der Exportkreditgarantien beauftragt.
 Exporteure, die sich für eine Exportkreditgarantie interessieren oder Fragen grundsätzlicher Natur zu dem Absicherungsinstrument haben, wenden sich am besten an den Beratungsaußendienst. Zu erreichen sind die Firmenberater unter der Rufnummer: 040 8834 9000 oder per Mail: info@exportkreditgarantien.de.
 
Darüber hinaus hat Euler Hermes eine Telefonhotline für Exporteure und Banken eingerichtet. Unter 040 8834 9509 beantworten Experten Fragen zu Absicherungsmöglichkeiten sowie rund um drohende oder eingetretene Zahlungs- oder Abwicklungsstörungen. 
Unternehmen und Banken, die Fragen zu einer bestehenden Deckung haben, wenden sich bitte ebenfalls an die Hotline.

Deckungsschutz bei Leistungsstörungen infolge des Coronavirus – Fragen und Antworten

 

Fabrikationsrisikodeckung – Risiken in der Herstellungsphase

Die Fabrikationsrisikodeckung bietet primär Schutz vor den finanziellen Folgen eines Produktionsabbruchs. Ist es Ihnen infolge eines von der Fabrikationsrisikodeckung abgesicherten Risikos unmöglich oder zumindest unzumutbar, die Fertigung fortzusetzen und/oder gefertigte Waren zu versenden, sind Ihre entstandenen Selbstkosten grundsätzlich entschädigungsfähig. Das kann z. B. der Fall sein, wenn wegen Auswirkungen des Coronavirus nicht mehr damit gerechnet werden kann, dass sich Ihr Auslandskunde weiterhin vertragstreu verhalten wird. Bei einer bestehenden Fabrikationsrisikodeckung ist es wichtig, dass Sie den Mandataren des Bundes von der Euler Hermes AG erforderlich werdende Liefer- und Leistungszeitverschiebungen umgehend mitteilen. Bitte beachten Sie, dass solche Verschiebungen der Zustimmung des Bundes bedürfen.

Die Fabrikationsrisikodeckung bietet Ihnen primär Schutz vor den finanziellen Folgen eines Produktionsabbruchs. Ist es Ihnen infolge eines von der Fabrikationsrisikodeckung abgesicherten Risikos unmöglich, zumindest unzumutbar, die Fertigung fortzusetzen und/oder gefertigte Waren zu versenden, insbesondere weil nicht mehr damit gerechnet werden kann, dass sich Ihr Auslandskunde weiterhin vertragstreu verhalten wird, sind Ihre entstandenen Selbstkosten grundsätzlich entschädigungsfähig. 

Bei Epidemien, Pandemien, Seuchen u.ä. handelt es sich um Fälle höherer Gewalt, die nicht von den politischen Gewährleistungstatbeständen erfasst sind. 

Die wirtschaftlichen Risiken schützen Sie davor, dass Ihnen die weitere Fertigung und/oder der Versand fertiger Waren wegen Insolvenz des Auslandskunden oder seiner vertragswidrigen Lossagung vom Vertrag nicht mehr zumutbar ist oder der Auslandskunde die Ihnen im Falle einer ordnungsgemäßen Kündigung des Exportvertrages zustehende Stornierungskosten nicht bezahlt.  Bitte prüfen Sie, ob und insbesondere ab welchem Zeitpunkt ihr Auslandskunde aufgrund der Vereinbarungen des Exportvertrages und des auf ihn anwendbaren Rechts Ihnen gegenüber den Vertrag kündigen kann. Enthält Ihre Exportvertrag eine Force Majeure-Klausel, so ergeben sich hieraus in der Regel besondere Kündigungsrechte.  

Bitte prüfen Sie zunächst, ob es Ihnen möglich ist, mit Ihrem Kunden eine einvernehmliche Lösung zu finden, ggf. zur vorübergehenden Aussetzung oder zur situationsbedingten Anpassung Ihrer Liefer-und Leistungsverpflichtungen.  Es ist wichtig, dass Sie uns erforderlich werdende Liefer- und Leistungszeitverschiebungen umgehend mitteilen. Bitte beachten Sie, dass diese unserer Zustimmung bedürfen.  

Forderungsdeckung - Ware ist geliefert

Die Forderungsdeckung bietet Ihnen Schutz davor, dass ein Auslandskunde die Ihnen zustehende Forderung nicht bezahlt, obwohl er dazu verpflichtet ist. Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Forderung auch tatsächlich besteht: Schäden aufgrund des Coronavirus können eventuell einen Fall höherer Gewalt darstellen und damit die Forderung entfallen lassen. Bei einer bestehenden Forderungsdeckung müssen Sie den Mandataren des Bundes von der Euler Hermes AG Liefer- sowie Leistungszeitverschiebungen und selbstverständlich auch Zahlungsverzüge umgehend mitteilen. Bitte denken Sie daran, dass Liefer- und Leistungszeitverschiebungen der Zustimmung des Bundes bedürfen. Falls Sie zur Sicherstellung Ihrer Lieferverpflichtung Ihre Zulieferungen bei einem anderen Lieferanten beziehen wollen, bedenken Sie bitte, dass Sie bei ausländischen Zulieferungen vorher die Zustimmung des Bundes einholen müssen (Verschiebung in den Auslandsanteilen).

Die Forderungsdeckung bietet Ihnen Schutz davor, dass Ihnen gegenüber dem Auslandskunden zwar eine rechtsbeständige Forderung zusteht, diese aber infolge eines von der Forderungsdeckung abgesicherten Risikos (politische und wirtschaftliche Gewährleistungstatbestände) nicht bezahlt wird.  

Bei Epidemien, Pandemien, Seuchen u.ä. handelt es sich um Fälle höherer Gewalt, die nicht von den politischen Gewährleistungstatbeständen erfasst sind. 

Wird die Ihnen zustehende rechtsbeständige Forderungen vom Auslandskunden wegen Insolvenz oder infolge sonstiger Zahlungsunfähigkeit oder mangels Zahlungswilligkeit nicht bezahlt, sind Sie durch eine Forderungsdeckung abgesichert.   Voraussetzung ist aber, dass die Forderung auch tatsächlich besteht. Entscheidend sind insoweit die Vereinbarungen des Exportvertrages und des auf ihn anwendbaren Rechts. Enthält Ihre Exportvertrag eine Force-Majeure-Klausel, so ergeben sich hieraus in der Regel besondere Kündigungsrechte, deren Ausübung das Entstehen einer rechtsbeständigen Forderung verhindern kann. 

Liefer- und Leistungszeitverschiebungen müssen Sie uns umgehend mitteilen. Bitte denken Sie daran, dass diese unserer Zustimmung bedürfen.
Falls Sie zur Sicherstellung Ihrer Lieferverpflichtung ihre Zulieferungen bei einem anderen Lieferanten beziehen wollen, bedenken Sie bitte, dass Sie bei ausländischen Zulieferungen vorher unsere Zustimmung einholen müssen (Verschiebung in den Auslandsanteilen).
 

Ich habe nähere Fragen zu meiner Exportkreditgarantie und zu Deckungsmöglichkeiten

An wen kann ich mich wenden?


Für weitergehende Fragen wenden Sie sich bitte an die Mandatare des Bundes von der Euler Hermes Aktiengesellschaft in Hamburg:

Ansprechpartner

Hermesdeckungen Corona-Taskforce: +49 (0) 40 / 88 34 - 95 09

E-Mail: info@exportkreditgarantien.de

 

Ihr Firmenberater ist auch am Telefon oder per Videokonferenz für sie da

Ihren Ansprechpartner finden Sie in der Übersicht "Wir in Ihrer Nähe"

BMWi-Hotline

BMWi-Hotline für Unternehmen: +49 (0) 30 / 186 15 15 15

27. Februar 2020

Coronavirus und mögliche Auswirkungen auf die Wirtschaft

Wichtige Informationen zu den Exportkreditgarantien 

 

BMWi bietet Hotline für Unternehmen an

ZUM ARTIKEL DES BMWI (hier klicken)

 

  • Übernimmt der Bund aktuell weiterhin Exportkreditgarantien (sog. Hermesdeckungen) für Exporte nach China / in COVID-19 Gebiete? 
    Ja. Für konkrete Fragen zu Deckungsmöglichkeiten wenden Sie sich bitte an die Euler Hermes AG (Kontakt: +49 (0) 40 8834 9000).
     
  • Gibt es Auswirkungen auf bestehende Deckungen für Lieferungen und Leistungen nach China / in COVID-19 Gebiete?
    Der Coronavirus führt nicht dazu, dass ein bestehender Deckungsschutz entfällt oder eingeschränkt wird. Eine Entschädigungsfähigkeit unter einer Hermesdeckung hängt u. a. von dem Deckungsprodukt und der Einhaltung der Entschädigungsvoraussetzungen ab. 
     
  • Wann und in welchem Umfang sind Schäden aufgrund des Coronavirus unter den Hermesdeckungen abgesichert?
    Schäden können sowohl in der Herstellungsphase entstehen als auch den Ausfall einer Forderung nach Lieferung umfassen. Für beide Konstellationen bietet der Bund Deckungsschutz an: Eine Fabrikationsrisikodeckung für Schäden in der Herstellungsphase und eine Lieferantenkreditdeckung für einen möglichen Forderungsausfall (Forderungsdeckung).
     
  • Was ist unter einer Fabrikationsrisikodeckung versichert?
    Die Fabrikationsrisikodeckung bietet primär Schutz vor den finanziellen Folgen eines Produktionsabbruchs. Ist es Ihnen infolge eines von der Fabrikationsrisikodeckung abgesicherten Risikos unmöglich oder zumindest unzumutbar, die Fertigung fortzusetzen und/oder gefertigte Waren zu versenden, sind Ihre entstandenen Selbstkosten grundsätzlich entschädigungsfähig. Das kann z. B. der Fall sein, wenn wegen Auswirkungen des Coronavirus nicht mehr damit gerechnet werden kann, dass sich Ihr Auslandskunde weiterhin vertragstreu verhalten wird. Bei einer bestehenden Fabrikationsrisikodeckung ist es wichtig, dass Sie den Mandataren des Bundes von der Euler Hermes AG erforderlich werdende Liefer- und Leistungszeitverschiebungen umgehend mitteilen. Bitte beachten Sie, dass solche Verschiebungen der Zustimmung des Bundes bedürfen.
     
  • Was ist unter einer Forderungsdeckung versichert?
    Die Forderungsdeckung bietet Ihnen Schutz davor, dass ein Auslandskunde die Ihnen zustehende Forderung nicht bezahlt, obwohl er dazu verpflichtet ist. Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Forderung auch tatsächlich besteht: Schäden aufgrund des Coronavirus können eventuell einen Fall höherer Gewalt darstellen und damit die Forderung entfallen lassen. Bei einer bestehenden Forderungsdeckung müssen Sie den Mandataren des Bundes von der Euler Hermes AG Liefer- sowie Leistungszeitverschiebungen und selbstverständlich auch Zahlungsverzüge umgehend mitteilen. Bitte denken Sie daran, dass Liefer- und Leistungszeitverschiebungen der Zustimmung des Bundes bedürfen. Falls Sie zur Sicherstellung Ihrer Lieferverpflichtung Ihre Zulieferungen bei einem anderen Lieferanten beziehen wollen, bedenken Sie bitte, dass Sie bei ausländischen Zulieferungen vorher die Zustimmung des Bundes einholen müssen (Verschiebung in den Auslandsanteilen).
     
  • Ich habe nähere Fragen zu meiner Exportkreditgarantie und zu Deckungsmöglichkeiten. An wen kann ich mich wenden?
    Für weitergehende Fragen wenden Sie sich bitte an die Mandatare des Bundes von der Euler Hermes AG in Hamburg:
    Hermesdeckungen Corona-Taskforce: +49 (0) 40 / 88 34 - 95 09
    Service: +49 (0) 40 / 88 34 - 90 00
    E-Mail: info@exportkreditgarantien.de
    BMWi-Hotline für Unternehmen: +49 (0)30 / 186 15 15 15

Weitere Informationen 

Die EU-Kommission ermöglicht ab sofort die staatliche Absicherung von Exporten zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen innerhalb der EU und in ausgewählte OECD-Länder.

Das Bundeswirtschaftsministerium bietet Informationen und Maßnahmen zum Coronavirus für Unternehmen an:

Aktuelle Informationen der DIHK für Unternehmen zur Corona-Krise: