AGA-Report Nr. 302

19. Juni 2019

ECA-INITIATIVE: D-A-CH-Exporteure und KMU im internationalen Wettbewerb stärken

Die Exportkreditagenturen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz wollen künftig noch stärker zusammenarbeiten. Eine entsprechende Vereinbarung haben die Vorstände von Euler Hermes, OeKB und der SERV bei einer Zusammenkunft in Basel getroffen. Die Zusammenarbeit bezieht sich auf den Bereich der staatlichen Exportkreditgarantien. Diese kommen in der Regel dort zum Einsatz, wo kein ausreichendes oder entsprechendes Angebot der privaten Versicherungswirtschaft besteht.

Mit der nun beschlossenen Zusammenarbeit sollen die Exportchancen deutscher, österreichischer und schweizerischer Exportunternehmen (D-A-CH-Exporteure) nachhaltig verbessert und deren Chancen im internationalen Wettbewerb gestärkt werden. Auch beim Thema ECA-Finanzierung wollen die drei Länder künftig enger zusammenarbeiten. So ist beispielsweise geplant, Aufträge zu bündeln, in aufstrebenden Märkten gemeinsame Road Shows abzuhalten und Gesamtfinanzierungen anzubieten.

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Peter Gisler, Direktor der SERV: „Für Unternehmen sowie für die kreditgebenden Banken ist es eine enorme Erleichterung, wenn sie mit einem Finanzierungspaket rechnen dürfen. Gleichzeitig stärkt der Exporteur seine Wettbewerbsfähigkeit, wenn er die kommerzielle und technische Offerte mit einer attraktiven Finanzierung ergänzen kann.“

Helmut Bernkopf, Vorstandsmitglied der OeKB: „Deutschland, Österreich und die Schweiz beheimaten außergewöhnlich viele Hidden Champions. Sie sind Weltmeister in ihrer Nische. Durch eine engere Zusammenarbeit mit unseren deutschsprachigen ECA-Partnern können wir diese Expertise noch besser sichtbar machen und den Aktionsradius gerade für kleinere und mittelgroße Unternehmen ausweiten.“

Edna Schöne, Vorstandsmitglied Euler Hermes: „Ständiges Benchmarking und Vergleichen mit den Besten sind uns ein großes Anliegen. Besonders schnell funktioniert das mit unseren deutschsprachigen Nachbarn. Dazu kommt, dass OeKB und SERV bei großen Multi-Sourcing-Projekten traditionell sehr wichtige Kooperationspartner von Euler Hermes sind. Die Unternehmen stehen sich jedoch nicht nur geographisch nah. Sie sprechen dieselbe Sprache und sind häufig eigentumsrechtlich verschränkt.“

Small Tickets: Mit digitaler Schnittstelle schneller zur Finanzierung

Die Einführung der digitalen Produktlinie für Small Tickets (Hermesdeckungen click&cover) war der Anfang. Jetzt geht es mit neuen Features auf dem myAGA Kundenportal weiter. Einfach, schnell und digital.

 

Digitale Verknüpfung der Antragsstrecken für Exporteur und Bank

Künftig unterstützt myAGA Exporteure und Finanzierungspartner noch besser bei der Beantragung isolierter bzw. kombinierter Finanzkreditdeckungen. Neue Features und eine digitale Schnittstelle schaffen eine direkte Verbindung vom AGA-Kundenportal zu den IT-Systemen von Finanzierungspartnern.

Wesentlich ist der digitale Datenaustausch. Die Angaben zum Exportgeschäft müssen vom Exporteur nur noch einmal eingegeben werden und können auf Wunsch anschließend in den Antrag der Bank auf eine Finanzkreditdeckung integriert werden. Die Verantwortung für Ihren Antrag behält dabei die Bank. 

Beispiel kombinierte Finanzkreditdeckung: Über myAGA gibt der Exporteur alle relevanten Antragsdaten für eine Exportkreditgarantie ein. Seiner Bank erlaubt er in einem zweiten Schritt den Zugriff auf die von ihr benötigten Daten für den Antrag auf eine Finanzkreditdeckung. Anschließend werden die Daten über myAGA an die Bank übermittelt. Aber auch der umgekehrte Weg – von der Bank an myAGA – ist möglich. Ähnlich funktioniert der Datenaustausch bei einer isolierten Finanzkreditdeckung.

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Mit digitaler Schnittstelle schneller zur Finanzierung

Speziell im Small-Ticket-Segment profitieren Exporteure und Banken von der Möglichkeit einer direkten Anbindung per Schnittstelle (API) an das Kundenportal myAGA. Damit entfallen Doppelarbeiten. Dies entlastet nicht nur den Exporteur, sondern vereinfacht auch den Prozess bei der finanzierenden Bank. Am Ende steht ein effizientes und kostengünstiges Verfahren, das es für Banken attraktiver macht, hermesgedeckte Small Ticket Finanzierungen anzubieten.

Offene Schnittstelle

Die digitale Schnittstelle steht allen Banken und Finanzierungsplattformen offen, die ein digitales Produkt im Bereich der Small-Ticket Exportfinanzierung anbieten bzw. ein solches planen. Gegenwärtig läuft eine Pilotphase mit der AKA-Bank, einem auf die Exportfinanzierung spezialisierten Finanzinstitut. Weitere Informationen hierzu und der digitalen Schnittstelle gibt es unter 040 / 88 34 - 90 00  sowie myAGA: Digitale Schnittstelle zwischen Exportkreditgarantien und Banken.  oder schreiben Sie an: info@exportkreditgarantien.de

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Kasachstan: Normalisierung der Beschlusslage

Der Interministerielle Ausschuss (IMA) für Exportkreditgarantien hat Deckungsmöglichkeiten für Geschäfte mit Kasachstan deutlich verbessert. Dies betrifft vor allem Kreditgeschäfte. 

Bei Kreditgeschäften mit dem öffentlichen Sektor war bis dato eine Garantie des Finanzministeriums oder der Zentralbank notwendig. Eine solche ist ab sofort nicht mehr zwingend.

Bei Kreditgeschäften mit dem privaten Sektor reichen künftig nach internationalen Rechnungslegungsstandards erstellte und testierte Jahresabschlüsse für eine Deckungsübernahme aus.

Kasachische Banken werden – nach entsprechender Prüfung – zudem wieder als Sicherheitengeber akzeptiert. Darüber hinaus hob der IMA den Ausschluss einzelner Finanzinstitute als Deckungsnehmer auf. Die aktuelle Beschlusslage finden Sie unter Länderinformationen.

Geänderte Deckungspolitik: Exportkreditgarantien für Sierra Leone möglich

Lieferungen und Leistungen nach Sierra Leone können künftig auch wieder mit Exportkreditgarantien abgesichert werden. Die vom Interministeriellen Ausschuss für Exportkreditgarantien beschlossene Öffnung der Deckungspolitik gilt für kleinere Geschäfte mit dem privaten Sektor.

Konvertierungs- und Transferbeschränkungen bestehen in Sierra Leone schon seit einigen Jahren nicht mehr, so dass sich der IMA trotz der wirtschaftlich weiterhin schwierigen Lage des Landes und einer signifikanten öffentlichen Verschuldung zu einer moderaten Öffnung der Deckungspolitik entschieden hat.


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