21. Dezember 2021

5-Punkte Maßnahmenpaket erneut verlängert bis Ende Juni 2022

Auch wenn sich die Auswirkungen der neuen Omikron-Variante auf Wirtschaft und internationale Handelsbeziehungen noch nicht abschließend beurteilen lassen, sind die vorliegenden Rahmenbedingungen mit anhaltenden Lieferengpässen, steigenden Frachtraten und gesundheitspolitischen Einschränkungen für Unternehmen weiterhin herausfordernd. Vor diesem Hintergrund wird das 5-Punkte Maßnahmenpaket zur Stärkung der deutschen Exportwirtschaft in der COVID-19-Pandemie erneut um sechs Monate bis zum 30. Juni 2022 verlängert. Das 5-Punkte Maßnahmenpaket zielt im Bereich der Exportkreditgarantien (sogenannte Hermesdeckungen) darauf ab, die Liquiditätssituation von Exporteuren und Importeuren zu verbessern, die Refinanzierungsmöglichkeiten von Banken im Zusammenhang mit Exportgeschäften auszuweiten und die Finanzierung von Auslandsgeschäften zu erleichtern. Viele der Maßnahmen stoßen auf reges Interesse – insbesondere die Erleichterungen bei den Entgeltzahlungen für Absicherungen des Bundes. Eine Ausnahme stellt allerdings die nachträgliche Finanzierung von Geschäften auf Lieferantenkreditbasis dar. Diese Maßnahme wird nicht verlängert und läuft somit zum Ende des Jahres aus.

EU-Ausnahmeregelung für die Absicherung von Exportgeschäften bis Ende März 2022 verlängert

Lieferungen und Leistungen zu kurzfristigen Zahlungszielen können innerhalb der EU und in bestimmte OECD-Länder weiterhin ausnahmsweise mit Exportkreditgarantien des Bundes abgesichert werden. Normalerweise gelten Geschäfte zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen für Exporte in diese Länder als „marktfähig“, d. h. es wird angenommen, dass private Kreditversicherer ausreichende und dauerhafte Absicherungslösungen anbieten können. In Folge der Corona-Krise sind die Absicherungsmöglichkeiten für Exporteure jedoch eingeschränkt. Die EU-Kommission hatte daraufhin eine Ausnahmeregelung für die Absicherung solcher Exportgeschäfte erlassen, die nun bis zum 31. März 2022 verlängert wurde. Der Bund übernimmt die befristete Verlängerung der EU-Ausnahmeregelung und stärkt damit die deutsche Exportwirtschaft. Exportgeschäfte zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen in alle EU-Staaten sowie Australien, Island, Japan, Kanada, Neuseeland, Norwegen, die Schweiz, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten können somit weiterhin ausnahmsweise mit Exportkreditgarantien abgesichert werden.

Fokus Südostasien – Eine vielfältige Boomregion mit großem Potenzial für den deutschen Export

Südostasien ist mehr als eine faszinierende Urlaubsregion. Einige Staaten der Region mögen Interessierten noch als sogenannte Tigerstaaten in Erinnerung sein. Tatsächlich hat sich der wirtschaftliche Aufstieg seit den 1990er Jahren aber recht unterschiedlich entwickelt. So weist Singapur heute ein Pro-Kopf BIP von über USD 60 Tsd. und Myanmar eines von etwa USD 1.200 auf (das Pro-Kopf BIP in Deutschland beträgt rd. USD 50 Tsd.). Auch mit Blick auf das Wirtschaftswachstum 2021 deutet sich ein entsprechendes Gefälle an und zeigt, dass die Region nicht zwangsläufig eine wirtschaftliche Konvergenz durchläuft. Laut dem World Economic Outlook des IWF vom Oktober sollen in diesem Jahr Singapur mit 6 %, Vietnam mit fast 4 % und Thailand mit 1 % wachsen. Für Myanmar wird hingegen mit einem regelrechten Einbruch der wirtschaftlichen Leistung in Höhe von rund 18 % gerechnet. Allerdings besteht eine gemeinsame Vision. So versucht Südostasien durch die Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) auch über die Region hinaus ihre wirtschaftliche Integration zu forcieren. 

Markus Leichum, Finanzierungsexperte bei der AHK in Singapur, sieht in der Region zwar noch einige Herausforderungen aufgrund anhaltender Lieferkettenengpässe und einer gewissen Unsicherheit über das Ausmaß einer potenziellen Omikron-Welle. Allerdings ist auch eine generelle wirtschaftliche Erholung zu erkennen. Des Weiteren berichtete Herr Leichum in der letzten IMA-Sitzung des Jahres 2021, dass sich eine gesteigerte Nachfrage nach nachhaltigen Projekten erkennen lässt.

Als einer der Weltmarktführer für nachhaltige Technologien und Produkte zeichnet sich für den deutschen Export damit ein vielversprechendes Bild. Vor allem, wenn man den momentan eher geringen deutschen Anteil aller Exporte in die Region betrachtet. Das verspricht viel Potenzial nach oben. In Zukunft könnten insbesondere flankierende Finanzierungslösungen den deutschen Export in die Region unterstützen. Laut Herrn Leichum sind momentan Gesamtpaket-Strukturen gerade bei größeren Infrastrukturprojekten und Finanzierungsalternativen der Multilateral Investment Guarantee Agency (MIGA) und Asian Development Bank (ADB) gefragt. Sie erreichen Markus Leichum über die AHK Singapur. Des Weiteren unterstützen Sie gerne unsere Expertinnen und Experten von Euler Hermes.

Weihnachtliche Grüße aus dem IMA – Die Mitglieder des IMA wünschen allen Leserinnen und Lesern frohe Festtage und einen guten Rutsch ins Jahr 2022

In der letzten IMA-Sitzung des Jahres haben wir uns eine Besonderheit überlegt. Mit Unterstützung von Anna-Maria von Spreckelsen ist während der digitalen Sitzung ein sogenanntes Scribble-Bild entstanden, welches die Mission und Aufgaben des IMAs symbolisieren soll. Wir wünschen viel Spaß beim Erkunden und wünschen frohe Festtage und einen guten Rutsch in das neue Jahr!

Bild: IMA Scribble 2022

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