30. September 2021

Entgeltberechnung – OECD setzt bei multilateralen und regionalen 
Finanzinstituten auf Markttest

Für die Übernahme einer Exportkreditgarantie durch den Bund zahlt der Deckungsnehmer ein risikoadäquates Entgelt. Wie hoch dies ausfällt, hängt maßgeblich davon ab, in welche Risikoklasse die OECD das Land einstuft, in das der Exporteur liefert bzw. in welchem Land die Auslandsbank, die in das Exportgeschäft eingebunden ist, ihren Sitz hat. Die 1999 auf OECD-Ebene eingeführte Länderklassifizierung reicht von 1 (beste Kategorie) bis 7 (schlechteste Kategorie). Grundsätzlich gilt: Je schlechter die Kategorie, umso höher das Entgelt.

Hocheinkommensländer der OECD und der Eurozone sowie Singapur sind von dieser Kategorisierung ausgenommen. Die OECD unterstellt, dass für diese Länder kein signifikantes Länderrisiko besteht. Die Entgeltberechnung erfolgt hier auf Basis eines Markttests. Er sorgt dafür, dass marktgerechte Entgelte erhoben werden und die Konditionen privater Anbieter nicht unterschritten werden.

Das System des Markttests bei der Entgeltberechnung gilt seit dem 01.07.2021 auch für multilaterale und regionale Banken, die als Darlehensnehmer oder Garant in eine Exportkreditgarantie des Bundes eingebunden sind. Der OECD Konsensus – der für multilaterale und regionale Finanzinstitute bis dato eine Einstufung in Risikoklassen vorsah  – wurde entsprechend geändert. Die über die Entgeltberechnung hinausgehende transaktionsbezogene Prüfung der Bank bleibt dagegen unverändert bestehen.

Die Liste der multilateralen und regionalen Finanzinstitute, für die bei der Entgeltberechnung künftig der Markttest angewendet wird, finden Sie auf der Seite Länderklassifizierungen oder unter:

https://www.oecd.org/trade/topics/export-credits/documents/multilaterals.pdf

Nachfrage nach Exportkreditgarantien stark gestiegen  – Antragsvolumen mehr als verdoppelt

Es sind ermutigende Zahlen. In der ersten sechs Monaten des laufenden Jahres hat der Bund Lieferungen und Leistungen in Höhe von 7,3 Mrd. Euro mit Exportkreditgarantien abgesichert. Neben zahlreichen kleineren Geschäften hat der Bund im 1. Halbjahr 2021 auch einige großvolumige Transaktionen im dreistelligen Millionenbereich in Deckung genommen, u.a. Windkraftanlagen.

Gleichzeitig zog die Nachfrage nach Bundesdeckungen deutlich an. Im Vergleich zum 1. Halbjahr 2020 hat sich das Antragsvolumen mehr als verdoppelt und lag zum Stichtag 30.06.2021 bei 25,8 Mrd. Euro. Einige Transaktionen, die in der Hochphase der Corona-Krise zurückgestellt wurden, wurden im 1. Halbjahr 2021 zur Deckung beantragt; darunter verschiedene Infrastrukturvorhaben.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Kennzahlen und Entwicklungen des ersten Halbjahres finden Sie im Halbjahresbericht Exportkreditgarantien 2021. Den Bericht gibt es sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch.

Online-Event-Highlight

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In unserer Online-Veranstaltung am 06.10.2021 möchten wir Ihnen einen globalen wirtschaftlichen Ausblick nach der Covid-19-Pandemie geben. Die Welt hat sich durch die Pandemie verändert, insbesondere die wirtschaftliche Situation. Mit unserer Online-Veranstaltung in englischer Sprache, geben wir Ihnen einen Überblick aus der Sicht der Allianz und der Exportkreditgarantien.

Holen Sie sich das neueste Update mit unserem besonderen Gast, Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Allianz SE. Ludovic Subran gibt Einblicke in die aktuelle Situation in den verschiedenen Regionen und welche Sektoren am meisten profitiert haben. Auch die globale Verschuldungssituation wird untersucht, insbesondere die Verschuldung des öffentlichen Sektors.

Edna Schöne, Mitglied des Vorstands der Euler Hermes Aktiengesellschaft, diskutiert mit ihm über globale Lieferketten und die Chancen für deutsche Exporteure in der aktuellen Situation diskutieren.

Moderiert wird die Veranstaltung von Sophia Schultz-Renz, Leiterin der Abteilung Länder-, Banken- und Sektoranalysen, Exportkreditgarantien, Euler Hermes AG. Die Teilnahme ist kostenfrei.


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