26. Februar 2021

Hermesdeckungen bewähren sich in der Krise: Bund übernimmt 2020 Exportkreditgarantien in Höhe von 16,7 Milliarden Euro  

Die Exportkreditgarantien des Bundes haben im Pandemiejahr 2020 einen wichtigen Beitrag zur Stützung der deutschen Wirtschaft und zum Erhalt von Arbeitsplätzen in Deutschland geleistet und sich als verlässliches und belastbares Instrument der Außenwirtschaftsförderung erwiesen.

Obwohl infolge der COVID-19-Pandemie zahlreiche Geschäfte nicht realisiert werden konnten bzw. auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurden, hat der Bund 2020 Exportkreditgarantien in Höhe von 16,7 Mrd. Euro übernommen (2019: 21 Mrd. Euro). Gut 80 Prozent des neu übernommenen Deckungsvolumens entfielen auf Entwicklungs- und Schwellenländer. Mit 507,8 Mio. Euro erzielten die Exportkreditgarantien des Bundes zum 22. Mal in Folge einen positiven Beitrag für den Bundeshaushalt. 

Weitere Informationen finden Sie hier: Pressemitteilung BMWi

In eigener Sache: Neue Verantwortlichkeiten im Bundesgeschäft

Euler Hermes hat im Bundesgeschäft (Bearbeitung der Exportkreditgarantien) zum 1. März 2021 Schlüsselpositionen neu besetzt.

Hendrik Holdefleiss, der in den vergangenen Jahren das Underwriting & Risk Management geleitet hat, übernimmt die Leitung der Division International & Analytics. Er tritt die Nachfolge von Jens Heitmann an, der die neu geschaffene Einheit Strategy & Business Development übernimmt. In diesem Bereich werden künftig Themen von besonderer strategischer Relevanz sowie übergreifende Projekte und Produktthemen behandelt.

Die Division Underwriting & Risk Management wird künftig gemeinsam von Jan-Philipp Apking und Thomas Baum geleitet. Jan-Philipp Apking war zuletzt als Department Head im Underwriting & Risk Management tätig. Mit Thomas Baum kehrt ein bekanntes Gesicht an die Spitze der Division zurück. Diese Funktion hatte er bereits von 2012 bis 2019 inne, bevor er vor anderthalb Jahren die Leitung des Berliner Büros der Exportkreditgarantien übernahm.

Nachfolgerin von Thomas Baum und damit neue Leiterin der Division Berlin Liaison Office ist Linda-Marie vom Hove. Nach einem Abstecher ins Euler Hermes Privatgeschäft, wo sie das Communications Team der DACH Region leitete, kehrt Linda-Marie vom Hove wieder ins Bundesgeschäft zurück, für das sie bereits von 2011 bis 2018 tätig war.

Euler Hermes ist überzeugt, mit dieser Neuaufstellung im Bundesgeschäft die Voraussetzungen dafür geschaffen zu haben, den anstehenden Herausforderungen als deutsche Export Credit Agency gerecht zu werden und um Exporteure, Banken und Ressorts auch in Zukunft bestmöglich unterstützen zu können.

Nach der nun erfolgten Neubesetzung gehören dem Führungsgremium im Bundesgeschäft folgende Damen und Herren an (in alphabetischer Reihenfolge):

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v.l.: Jan-Philipp Apking (Leiter Underwriting & Risk Management)

Thomas Baum (Leiter Underwriting & Risk Management)

Dr. Sven Gerhard (Leiter Claims & International Dept Management)

v.l.: Jens Heitmann (Leiter Strategy & Business Development)

Frank Helmert (Leiter Market & Innovation)

Dr. Hendrik Holdefleiss (Leiter International & Analytics)
 

v.l.: Dr. Ingo Junker (Leiter Legal & Governmental Finance)

Edna Schöne (Verantwortlich im EH Vorstand für das Bundesgeschäft)

Linda-Marie vom Hove (Leiterin Division Berlin Liaison Office)

EU-Ausnahmeregelung für die Absicherung von Exportgeschäften bis Ende 2021 verlängert – Wichtiger Beitrag zur Stärkung der Exportwirtschaft in der Krise

Lieferungen und Leistungen zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen können innerhalb der EU und in bestimmte OECD-Länder auch weiterhin mit Exportkreditgarantien des Bundes abgesichert werden. Die EU-Kommission hat eine entsprechende Ausnahmeregelung bis zum 31.12.2021 verlängert.

Um die deutsche Exportwirtschaft in der anhaltenden Corona-Krise auch weiterhin wirkungsvoll unterstützen zu können, hatte sich die Bundesregierung ausdrücklich dafür eingesetzt, die Absicherung „marktfähiger Risiken“ durch Hermesdeckungen weiterhin zu ermöglichen.

Dank des nun getroffenen Beschlusses können bis Ende des Jahres Exportgeschäfte zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen in alle EU-Staaten sowie Australien, Island, Japan, Kanada, Neuseeland, Norwegen, die Schweiz, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten mit Exportkreditgarantien abgesichert werden.

Für die deutsche Exportwirtschaft ist die Deckungserweiterung eine wichtige Maßnahme, um ihr Geschäft auch in der Krise fortführen zu können. Entsprechend hoch ist die Nachfrage. Der starke Anstieg bei den Neuanträgen im zurückliegenden Jahr (+35,8 Prozent) ist zu einem großen Teil auf die Ausweitung der Deckungsmöglichkeiten auf marktfähige Risiken zurückzuführen.

Dank des zusätzlichen Absicherungsangebots konnten und können auch weiterhin Engpässe im privaten Exportkreditversicherungsmarkt kompensiert werden.

Beratung in Zeiten von Corona: Starker Anstieg im APG-Geschäft

Telefonkonferenzen statt Messeteilnahmen. Videoschalten statt persönlicher Kundengespräche. Kaum ein Bereich war in der täglichen Arbeit von den Einschränkungen des vergangenen Jahres so stark betroffen wie der Beratungsaußendienst. Das Jahr 2020 stellte die Firmenberater vor ganz besondere Herausforderungen.

Trotz zum Teil widriger Umstände hat der Beratungsaußendienst im zurückliegenden Jahr über 2.700 Kundentermine wahrgenommen. Vor allem Unternehmen, die bis dato noch nicht die Exportkreditgarantien des Bundes nutzten, haben das umfangreiche Beratungsangebot in Anspruch genommen.

Eine Renaissance erlebten 2020 die Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistungen (APG und APG-light). Erstmals seit 2013 verzeichnete der Bund in diesem Bereich einen kräftigen Anstieg im Bestand. Maßgeblich hierfür war u.a. die Erweiterung der Absicherungsmöglichkeiten auf üblicherweise marktfähige Länder. Über die Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistungen können Exporteure ihre kurzfristigen Forderungen aus Geschäften mit einer Vielzahl von Bestellern in verschiedenen Ländern absichern.

Dank der schnellen Umstellung auf digitale Formate und eines umfangreichen Angebots an Online-Events konnten die Firmenberater den notwendigen Austausch mit KMU, Großunternehmen, Banken, Verbänden sowie IHKs und AHKs aufrechterhalten und so ihren Beratungsauftrag auch im Krisenjahr 2020 erfüllen.

Bahrain und Oman: Neue OECD-Länderrisikoeinstufungen

In ihrer Sitzung im Januar 2021 haben die Experten der OECD die Länderrisiken von 40 Ländern aus den Regionen Europa, GUS, Mittlerer Osten und Nordafrika neu bewertet. Die siebenstufige Länderklassifizierung (1 = beste Kategorie, 7 = schlechteste Kategorie) wurde 1999 auf OECD-Ebene eingeführt und ist ein Parameter bei der Berechnung des Entgelts. Im Vergleich zu den bisherigen Einstufungen haben sich folgende Veränderungen ergeben:

Land Kategorie bisher
Bahrain 6 5
Oman 6 5

Investitionsgarantien des Bundes: Antragsvolumen verdoppelt

Die Bundesrepublik Deutschland hat im Jahr 2020 Investitionsgarantien mit einem Volumen von 0,9 Mrd. Euro für Projekte in 13 Staaten übernommen. Der wesentliche Teil des neuen Garantievolumens entfiel auf Projekte in Asien (vorrangig China und Indien). Erneut wurde etwa ein Drittel der genehmigten Anträge von kleinen und mittleren Unternehmen gestellt.

Das Volumen der Neuanträge (7,0 Mrd. Euro) hat sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Dies ist der höchste Wert der letzten fünf Jahre. Zum Jahresende betrug das Volumen bestehender Investitionsgarantien 27,6 Mrd. Euro.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung des BMWi.  


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