23. Juli 2019

Bund übernimmt im 1. Halbjahr mehr Exportkreditgarantien

Die Bundesregierung hat im ersten Halbjahr 2019 Exportkreditgarantien in Höhe von 8,7 Mrd. Euro übernommen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies ein Anstieg um 7,7 %. Der überwiegende Teil der gedeckten Lieferungen und Leistungen geht in Schwellen- und Entwicklungsländer. Deren Anteil am neu übernommenen Deckungsvolumen lag bei 80,7 % und damit 4,1 Prozentpunkte höher als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Im Ländervergleich liegen Russland, Italien und die Türkei an der Spitze, wobei das Deckungsvolumen für Italien maßgeblich durch die Absicherung eines Kreuzfahrtschiffes bestimmt wurde. Traditionell bedeutende Märkte für hermesgedeckte Exportgeschäfte wie China, Brasilien oder Ägypten finden sich auch im ersten Halbjahr 2019 unter den Top-Zielländern.

Der Halbjahresbericht wird gegenwärtig erstellt und steht in Kürze unter agaportal.de/jahresberichte zum Download bereit.

Der Freihandel lebt: Abkommen mit Japan und Mercosur – ermutigende Zeichen für deutsche Exportwirtschaft

Erst Japan; jetzt Mercosur. Innerhalb kürzester Zeit hat die EU zwei bedeutende Freihandelsabkommen abgeschlossen. Vor allem das Abkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay hat Signalwirkung. Es zeigt: Der Freihandel lebt. Die positiven Entwicklungen – dazu gehört auch das Freihandelsabkommen der Afrikanischen Union – sind für die exportorientierte Wirtschaft wichtige und ermutigende Zeichen.

 

Lateinamerika – wie gemacht für Hermesdeckungen

Mit dem Mercosur-Abkommen rückt eine Region in den Fokus, die von vielen Exporteuren grundsätzlich als sehr aussichtsreich, aber auch sehr schwierig eingestuft wird – insofern die perfekte Region für Exportkreditgarantien.

Wie groß das Interesse deutscher Exporteure an Lateinamerika ist, wurde erst jüngst wieder bei dem Projekttag „Bring your project to ... Latin America“ deutlich. Rund 100 Teilnehmer erörterten anhand konkreter Projekte, welche staatlichen Absicherungs- und Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Auch das Webinar, das Euler Hermes gemeinsam mit dem Lateinamerika Verein e.V. veranstaltete, stieß auf großes Interesse.

 

ECA-gedecktes Geschäft: Brasilien dominierend

In den vergangenen Jahren hat der Bund durchschnittlich gut 10 % der Exporte, die in die Mercosur-Staaten gehen, mit Exportkreditgarantien abgesichert. 2018 betrug das Deckungsvolumen 1,45 Mrd. Euro. Prozentual ist die Deckungsquote in Paraguay mit über 60 % am höchsten. Volumengewichtet hat allerdings Brasilien die Nase vorn. Mit 925 Mio. Euro entfielen 2018 über 60 % der in die Mercosur-Staaten abgesicherten Ausfuhren auf Lieferungen und Leistungen nach Brasilien.

Das nun abgeschlossene Handelsabkommen bietet deutschen Exporteuren gute Chancen, über Brasilien hinaus den Handel mit den anderen Mercosur-Staaten weiter auszubauen. Die Bundesregierung steht jedenfalls bereit und stellt den Exporteuren und Banken die passenden Absicherungs- und Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung.

 

Hier gibt’s was auf die Ohren

Was ist los in Brasilien? Deep insights zur politischen und wirtschaftlichen Lage gab es auf der Veranstaltung „Bring your project to ... Latin America“ vom brasilianischen Honorarkonsul Dr. Jan Curschmann. Seine Key Note ist in einem Podcast zusammengefasst.

OECD-Länderrisikoeinstufungen: Vietnam steigt in Kategorie 4 auf – Namibia und Sambia heruntergestuft

In ihrer Sitzung Ende Juni haben die Experten der OECD turnusmäßig die Länderrisiken von 49 Staaten aus den Regionen Asien sowie südliches und östliches Afrika neu bewertet. Im Vergleich zu den bisherigen Einstufungen haben sich folgende Veränderungen ergeben:

Land Kategorie bisher
Namibia 5 4
Sambia 7 6
Vietnam 4 5

Die neuen Ländereinstufungen gelten seit dem 5. Juli 2019. Die Länderklassifizierung ist ein Parameter bei der Berechnung des Entgelts. Die nächste Sitzung der OECD-Länderrisikoexperten findet im Oktober 2019 statt. Im Mittelpunkt stehen dann die Staaten der Regionen Lateinamerika und Karibik sowie West- und Zentralafrikas.


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