AGA-Report Nr. 295

21. November 2018

Exportkreditgarantien: Webinar zur Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsprüfung

Die Einhaltung grundlegender Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsaspekte (USM) ist eine wesentliche Voraussetzung für die Übernahme einer Exportkreditgarantie durch den Bund und insofern ein wichtiger Bestandteil des Prüfverfahrens. Doch nicht jedem ist im Einzelnen bekannt, welche Anforderungen sich daraus für den Antragsteller und den ausländischen Kunden ergeben.

Welche Aspekte stehen im Fokus der USM-Prüfung?  Welche Aufgaben liegen beim Antragsteller? Wann sollte der ausländische Kunde eingebunden werden? Und was trägt zu einem zügigen Abschluss der Prüfung bei?

Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt des Webinars „Die Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsprüfung bei den Exportkreditgarantien“, das am 27. November 2018 von 10:00 bis 11:00 Uhr stattfindet. Die Informationsveranstaltung ist kostenlos. Interessierte können sich unter diesem Link anmelden.

Rückversicherungsrahmenvereinbarung mit russischer EXIAR geschlossen – Leichtere Absicherung gemeinsamer Projekte in Drittländern möglich

Nach intensiven Verhandlungen haben die russische Exportkreditagentur EXIAR (JSC «Russian Agency for Export Credit and Investment Insurance») und die Euler Hermes Aktiengesellschaft im Bereich der staatlichen Exportkreditgarantien eine bilaterale Rückversicherungsrahmenvereinbarung getroffen. Die entsprechende Vereinbarung wurde von Nikita Gusakov, CEO and Chairman of the Management Board EXIAR, und Dr. Hendrik Holdefleiss, Leiter Underwriting & Risk Management Euler Hermes sowie Franziska Löke, Department Head International Cooperation Euler Hermes, am Rande des Annual General Meetings der Berner Union am 16. Oktober 2018 in Paris unterzeichnet.

Die russische Export Credit Agency (ECA) wurde 2011 gegründet. Seit 2012 besteht eine allgemeine Kooperationsvereinbarung zwischen der deutschen und der russischen ECA.

Für deutsche Exporteure stellt die jetzt geschlossene Vereinbarung eine signifikante Verbesserung dar. Geschäfte mit einem nicht unerheblichen Anteil russischer Zulieferungen können nun – unter Beteiligung von EXIAR – durch eine Bundesdeckung abgesichert werden.

 

Das Prinzip der Rückversicherung:

Der Erstversicherer sichert die Ausfallrisiken aus dem gesamten Exportkredit ab. Kommt es zum Forderungsausfall, entschädigt der Erstversicherer den Deckungsnehmer in vollem Umfang. Der ausländische Rückversicherer wiederum trägt anteilig das Risiko der auf sein Land entfallenden Lieferungen und Leistungen. Im Schadensfall beteiligt er sich entsprechend dieser Rückversicherungsquote an der vom Erstversicherer zu zahlenden Entschädigungsleistung. Rückversicherungsvereinbarungen erleichtern die Absicherung von Ausfuhrgeschäften mit einem hohen Auslandswarenanteil. Der Exporteur profitiert von zusätzlichen Deckungsmöglichkeiten und einer leichteren und schnelleren Abwicklung, indem er sich nur an einen Kreditversicherer wenden muss (One-stop-shop Prinzip).

OECD-Länderrisikoeinstufung: Nicaragua in Kategorie 7 herabgestuft

In ihrer Sitzung Ende Oktober 2018 haben die Risikoexperten der OECD turnusmäßig die Länderrisiken von 50 Staaten der Regionen Lateinamerika und Karibik sowie West- und Zentralafrika überprüft.

Im Vergleich zu den bisherigen Einstufungen hat sich lediglich eine Veränderung ergeben:

Land Kategorie bisher
Nicaragua 7 6

Die neue Ländereinstufung gilt seit dem 2. November  2018. Die Länderklassifizierung ist ein Parameter bei der Berechnung des Entgelts.

Die nächste Sitzung der OECD-Länderrisikoexperten findet im Januar 2019 statt. Im Mittelpunkt stehen dann die Staaten der Regionen Europa und GUS sowie der Mittlere Osten und Nordafrika.

Compact with Africa (CwA): Bundesregierung erweitert Absicherungsmöglichkeiten für Geschäfte mit Benin

Die Bundesregierung erweitert die Absicherungsmöglichkeiten für Geschäfte mit Benin. Ab sofort können auch Lieferungen und Leistungen an den öffentlichen Sektor mit Exportkreditgarantien abgesichert werden.

Für Benin gilt ebenso wie für die Compact with Africa-Länder Ägypten, Äthiopien, Côte d’Ivoire, Ghana, Marokko, Ruanda, Senegal und Tunesien der reguläre Selbstbehalt von 5 Prozent.

Grundsätzlich ist die Bundesregierung bereit, die Deckungsmöglichkeiten auch für weitere CwA-Länder zu verbessern. Voraussetzung hierfür ist, dass entsprechende Reformfortschritte in diesen Ländern erkennbar sind und die Schuldentragfähigkeit gegeben ist.

Unternehmen, die in den letzten 10 Jahren noch keine Bundesgarantien für Exportgeschäfte in CwA-Länder beantragt haben, zahlen für die ersten drei Anträge mit Bestellern in CwA-Ländern keine Antragsgebühr.

Die aktuelle Beschlusslage für Benin finden Sie unter diesem Link.

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