AGA-Report Nr. 289

24. April 2018

Exporte

Exportkreditgarantien leisten wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung im In- und Ausland 

2017 hat die Bundesregierung  Lieferungen und Leistungen in Höhe von 16,9 Mrd. Euro mit Exportkreditgarantien abgesichert. Drei Viertel aller abgesicherten Geschäfte betrafen Lieferungen und Leistungen in Schwellen- und Entwicklungsländer.

Erneut nutzten vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Hermesdeckungen. KMU profitieren erheblich von der Möglichkeit, ihre Geschäfte mit ausländischen Partnern abzusichern, weil gerade für sie Forderungsausfälle schnell existenzbedrohend werden können.

Entsprechend den sich wandelnden wirtschaftspolitischen und regulatorischen Rahmenbedingungen hat die Bundesregierung die Exportkreditgarantien auch im vergangenen Jahr in wichtigen Bereichen weiterentwickelt. Mit der Reform der Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung wurde ein vor allem für KMU zentrales Absicherungsinstrument deutlich vereinfacht. Mit der Pfandbriefdeckung hat der Bund zudem ein neues Produkt eingeführt, das die Refinanzierung im eigenen Pfandbriefgeschäft ermöglicht und damit die Finanzierbarkeit von Ausfuhrgeschäften erhöht.

Die Exportkreditgarantien des Bundes erzielten 2017 einen Jahresüberschuss in Höhe von 141,5 Mio. Euro, der vollständig in den Bundeshaushalt fließt.

Detaillierte Zahlen und Analysen zum Ergebnis 2017 enthält der Jahresbericht Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland. Einen guten ersten Überblick liefert das Kurzvideo „Zahlen – Daten – Fakten“. Beides finden Sie ab sofort auf der Seite Jahresberichte.

Agentur für Wirtschaft & Entwicklung informiert über Finanzierungsmöglichkeiten und Förderinstrumente

Die Bundesregierung unterstützt auf vielfältige Art und Weise Unternehmen auf ihrem Weg ins Ausland. Eine wichtige Adresse ist in diesem Zusammenhang die Agentur für Wirtschaft und Entwicklung (AWE). Für deutsche und europäische Unternehmen, die sich in Emerging Markets engagieren wollen, ist die AWE eine interessante Anlaufstelle.

Die Angebotspalette der AWE ist breit gefächert. So unterstützt die Agentur beispielsweise kleine und mittelständische Unternehmen bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten und verweist auf bestehende Förderinstrumente. Darüber hinaus vermittelt sie Kooperationspartner in strategische Initiativen (z.B. Strategische Partnerschaft Digitales Afrika) und Bündnisse (z.B. Bündnis für nachhaltige Textilien).

Ein relativ neuer aber immer wichtiger werdender Beratungsschwerpunkt ist das Thema Nachhaltigkeit und hier insbesondere die Frage, welche Anforderungen sich aus der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) für die Unternehmen ergeben. Hilfestellung gibt u.a. der NAP-Helpdesk.

Mehr als 2.000 Anfragen aus der Wirtschaft haben die Berater*innen der AWE in den vergangenen zwei Jahren bearbeitet. Der regionale Schwerpunkt der Anfragen bezog sich dabei auf Afrika. Fast zwei Drittel aller Fragen drehten sich um Einstiegs- und Markterschließungsmöglichkeiten auf dem afrikanischen Kontinent. Länderübergreifend lagen die Beratungsschwerpunkte vor allem in den Bereichen Energie, Landwirtschaft und Bildung.

Weitere Informationen zur AWE, deren Leistungsangebot und Ansprechpartner finden Sie unter diesem Link.

Hermesdeckungen online: Der digitale Antrag setzt neue Maßstäbe 

Schnell, einfach und leicht zu handhaben: Ab sofort können Exporteure Anträge auf eine Lieferantenkredit- oder Fabrikationsrisikodeckung vollständig online stellen.

Der digitale Exporteursantrag für Einzeldeckungen unterstützt Unternehmen Schritt für Schritt bei der Antragstellung. Er zeigt, welche Unterlagen eingereicht werden müssen, prüft die Angaben automatisch auf Plausibilität und gibt eine Indikation, ob das Geschäft deckungsfähig ist.

Das vollständig online nutzbare Tool wurde in einem agilen Verfahren und unter Einbeziehung von Deckungsnehmern entwickelt. Schließlich kennt niemand die Bedürfnisse der Exporteure besser als sie selbst.

Um den neuen Antrag  nutzen zu können, ist lediglich eine einmalige kostenlose Registrierung auf dem Kundenportal myAGA notwendig.

Die Vorteile des digitalen Exporteursantrags auf einen Blick:

  •  Unterschrifterfordernis und Postversand gehören der Vergangenheit an. Antragstellung und Abwicklung erfolgen vollständig online.

  • Machbarkeitscheck: Anhand weniger grundlegender Fragen gibt es unmittelbar eine Indikation über die Deckungsfähigkeit des Exportgeschäfts.

  • Zwischenspeicherung der Anträge: Gespeicherte Anträge können zu einem späterem Zeitpunkt weiter bearbeitet oder als Vorlage für neue Anträge genutzt werden.

  • To-Do-Liste: Nachzureichende Informationen werden in einer Übersicht für den Antragsteller zusammengefasst.

  • Plausibilitäts-Check, Hilfetexte, feste Vorauswahlen und Beispiele: Der digitale Antrag hilft, Berechnungs- und Tippfehler zu vermeiden.

  • Steuerelemente: Einfaches Navigieren durch den Antrag.

  • Den digitalen Antrag sowie das Registrierungsformular für das Kundenportal finden Sie auf myAGA

Online Antrag

Einfach in der Handhabung, klar in der Aussage: Das digitale Antragsformular gibt dem Exporteur unmittelbar eine Indikation darüber, ob sein Geschäft deckungsfähig ist.

Investitionsgarantien: Jahresbericht 2017 erschienen

Anfang April ist der Jahresbericht Investitionsgarantien der Bundesrepublik Deutschland 2017 erschienen. Das neue Garantievolumen betrug danach im letzten Jahr 1,1 Milliarden Euro. China, die Türkei, Russland, Indien und erstmalig der Iran sind hierbei die TOP-5-Länder. Etwa jeder dritte genehmigte Antrag wurde von kleinen und mittleren Unternehmen gestellt. Dies ist der höchste Wert der letzten zehn Jahre. 

Der Jahresbericht umfasst neben grundlegenden Informationen zum Garantieinstrument und einem Projektbeispiel auch einen Gastbeitrag der Germany Trade & Invest (GTAI) über Chancen und Risiken für deutsche Investoren in Afrika. Ein Interview mit dem neuen Vorsitzenden des Interministeriellen Ausschusses für Investitionsgarantien, Herrn Ministerialrat Tobias Pierlings aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, verdeutlicht die Bedeutung der Investitionsgarantien für deutsche Unternehmen, aktuelle Entwicklungen und künftige Herausforderungen. Ein Exkurs im Jahresbericht erläutert ferner das Mitte 2017 überarbeitete Verfahren zur Prüfung von Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsaspekten bei den Investitionsgarantien.

Der Jahresbericht 2017 steht allen Interessierten online unter Investitionsgarantien.de  zur Verfügung.