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Umwelt- und Sozialprüfung

Umwelt- und Sozialprüfung nach nationalen und internationalen Vorgaben

Nachhaltigkeit in ihren verschiedenen Dimensionen ist ein wichtiger Aspekt der Außenwirtschaftsförderung der Bundesrepublik Deutschland. Die Umwelt- und Sozialprüfung erfolgt sowohl nach nationalen und internationalen Vorgaben

Für Projekte und Transaktionen im Anwendungsbereich der Common Approaches der OECD ist eine Umwelt- und Sozialprüfung obligatorisch und fester Bestandteil des Prüfverfahrens. Dies betrifft Geschäfte mit einer Kreditlaufzeit von mehr als zwei Jahren und einem Auftragswert von mindestens 15 Mio. Euro. 

Die Bundesregierung geht über die Anforderungen der Common Approaches hinaus. Liegen Hinweise auf gravierende Umwelt- oder Sozialrisiken vor, wird ein Geschäft unabhängig von der zugrundeliegenden Kreditlaufzeit und dem Auftragswert einer Risikoprüfung unterzogen.

Für die Umwelt- und Sozialprüfung sind entsprechend des OECD-Regelwerks die Weltbank Operational Safeguard Policies, die Performance Standards der International Finance Corporation (IFC) sowie die Environmental, Health and Safety Guidelines der Weltbankgruppe relevant. 

Die Bundesregierung misst dem Schutz von Menschenrechten bei der Übernahme von Exportkreditgarantien einen hohen Stellenwert bei. Die Berücksichtigung von Menschenrechten, die einen unmittelbaren Bezug zu dem Projekt haben, ist ein wichtiger Teil der Umwelt- und Sozialprüfung. Im Rahmen dieser Prüfung werden entsprechend internationalen Standards Aspekte, wie z. B. Arbeitssicherheit, Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung, Landerwerb und unfreiwillige Umsiedlung, Schutz indigener Völker, Schutz von Kulturerbe sowie die Konsultationsmöglichkeiten der Betroffenen, untersucht.

Ablauf der Umwelt- und Sozialprüfung 

Screening

  • Zunächst wird geprüft, ob Ihr Geschäft einer Umwelt- und Sozialprüfung unterzogen werden muss.

Kategorisierung

  • Je nach Umfang der potenziellen Umwelt- und Sozialrisiken und in Abhängigkeit von der Kreditlaufzeit und dem Auftragswert erfolgt anschließend eine Einordnung in eine Umweltkategorie. Diese legt fest, wie umfangreich die Prüfung ist. Die Common Approaches sehen drei Umweltkategorien vor: A, B und C. Projekte der Kategorie A und B unterliegen einer vertieften Umwelt- und Sozialprüfung, Projekte der Kategorie C bedürfen keiner weiteren Prüfung.

Durchführung der Umwelt- und Sozialprüfung

  • Die Common Approaches legen fest, welche Prüfstandards anzuwenden sind. Grundsätzlich muss ein Projekt die Umwelt- und Sozialstandards des Bestellerlandes einhalten. Darüber hinaus erfolgt ein Abgleich mit den internationalen Standards der Weltbankgruppe. Kategorie A-Projekte haben potenziell signifikant nachteilige Umwelt- und/oder Sozialausauswirkungen. Entsprechend gelten hier höhere Anforderungen an die Prüfung der ökologischen und sozialen Auswirkungen: Es muss ein Umwelt- und Sozialgutachten (Environment & Social Impact Assessment (ESIA)) vorgelegt werden. Bei Projekten außerhalb des Anwendungsbereichs der Common Approaches wird eine Prüfung mit Fokus auf die wesentlichen Risiken und kein vollständiger Abgleich mit internationalen Standards vorgenommen. 

überwachung

  • Für den Fall, dass eine Indeckungnahme mit Anforderungen verknüpft wurde, erfolgt deren Überwachung im Rahmen eines nachgelagerten Monitorings.

Nachhaltigkeit in ihren verschiedenen Dimensionen ist ein wichtiger Aspekt der Außenwirtschaftsförderung der Bundesrepublik Deutschland. 

Symbolbild Netz

Welche Informationen werden benötigt?

Die Umwelt- und Sozialprüfung wird von unseren Experten aus der Abteilung Sustainability vorgenommen. Diese sind gerne bereit, Antragstellern und Projektbeteiligten Einzelaspekte der Prüfung zu erläutern und bei der Informationsbeschaffung oder anderen notwendigen Maßnahmen zu unterstützen. Am besten, Sie treten frühzeitig mit ihnen in Kontakt.  

Um Ihnen eine Orientierung zu geben, welche Aspekte bei der Umwelt- und Sozialprüfung wichtig sein könnten, finden Sie hier einen sektorunabhängigen sowie sektorspezifische Fragebögen.

Soweit notwendig, werden auch Projektbesichtigungen vor Ort vorgenommen, die deutschen Botschaften vor Ort einbezogen oder auch externe Expertise (Consultants) in Anspruch genommen.

Weitergehende Informationen finden Sie in den FAQs.