1. Übersicht über die verschiedenen Deckungsformen

Das System der Exportkreditgarantien umfasst eine Vielzahl von Deckungsformen. Im Zentrum steht dabei die Forderungsdeckung, die den Zahlungsanspruch (Forderung) eines Exporteurs oder einer exportfinanzierenden Bank gegen einen ausländischen Schuldner absichert. Zu einer Forderungsdeckung können weitere Deckungen hinzugewählt werden, um besondere Risiken des konkreten Geschäfts abzusichern. Von diesen sog. Sonder- oder Nebendeckungen besonders wichtig ist die Fabrikationsrisikodeckung, mit der die Produktionskosten (Selbstkosten) des Exporteurs für den Fall abgesichert werden können, dass es zum Versand der Ware/dem Entstehen der Exportforderung nicht mehr kommt. Ebenso können beispielsweise der Sachwert von ins Ausland verbrachten Waren (Sachdeckung) oder das Risiko einer ungerechtfertigten Inanspruchnahme einer vom Exporteur zu stellenden Gegengarantie (Vertragsgarantiedeckung) mit abgesichert werden. In besonderen Fällen können Nebendeckungen auch ohne Forderungsdeckung übernommen werden.

Systematisch können vier Deckungstypen unterschieden werden. Dies sind: 

  • Forderungsdeckungen
  • Selbstkostendeckungen
  • Sachdeckungen
  • Vertragsgarantiedeckungen

Eine Sonderrolle spielen Deckungsprodukte, mit denen eine echte Garantie übernommen wird (Airbusgarantie, Avalgarantie, Verbriefungsgarantie). Ferner können spezifische Risiken übernommen werden (Pfandbriefdeckung – als Ergänzung zur Finanzkreditdeckung – zur Absicherung des Forderungsentziehungsrisiko bei Kreditschuldnern aus Nicht-EU-/EWR-Staaten zur Erfüllung einer pfandbriefgesetzliche Voraussetzung nach § 20 Abs. 3 PfandBG).

Die Konditionen der Forderungsdeckungen sowie der Fabrikationsrisikodeckung sind in Allgemeinen Bedingungen geregelt. Für die sonstigen Sonder- und Nebendeckungen existieren keine eigenständigen Allgemeinen Bedingungen. Ihre Konditionen sind im Deckungsdokument der Forderungsdeckung durch spezielle Zusatzklauseln (Besondere Bedingungen) mit geregelt, wobei teilweise die Allgemeinen Bedingungen der Hauptdeckung entsprechend angewendet werden. 

Bei den Forderungsdeckungen gibt es wiederum mehrere Deckungsprodukte, deren Konditionen in spezifischen Allgemeinen Bedingungen bzw. Standard-Vertragswerken geregelt sind. Hierbei wird unterschieden  

  • nach dem Begünstigten der Deckung (Exporteur oder Bank)
  • nach der Kreditlaufzeit (kurzfristig bzw. mittel-/langfristig)
  • danach, ob die Deckung nur ein Exportgeschäft oder mehrere Exportgeschäfte absichert (Einzel- bzw. Sammeldeckung)

Die nachstehende Grafik gibt einen Überblick über alle Deckungsformen innerhalb der Exportkreditgarantien des Bundes.

Exportkreditgarantien des Bundes

  


Sachdeckungen

 

(Selbst-)
Kostendeckungen

 


Forderungsdeckungen

 

Vertragsgarantie-
deckungen

 


Garantien

 

Spezifische Risiken

    
Lieferanten-
kreditdeckungen
 
Finanzkredit-deckungen
      
Einfache 
Lagerdeckung
 Fabrikations-
risikodeckung 
 Einfache Lieferanten-
kreditdeckung 
Hermesdeckungen click&cover EXPORT
 Einfache Finanz-
kreditdeckung
Hermesdeckungen click&cover BANK
 Für Bietungsgarantien Airbusgarantie Pfandbrief-
deckung
Lagerdeckung mit 
KT-Erweiterung 
 Baustellenkosten-
deckung
 Leasingdeckung Kreditgarantie-
deckung 
 Für Anzahlungs-, 
Liefer-/Leistungs- und Gewährleistungs-
garantien
 Avalgarantie  
Revolvierende Lagerdeckung  Bevorratungsdeckung Bauleistungsdeckung Akkreditiv-
bestätigungs-
risikodeckung
   Verbriefungsgarantie (-E/-R)

Verbriefungsgarantie
zum KfW-Refinanzierungs-
programm
  
Revolvierende Lagerdeckung 
mit KT-Erweiterung 
   Leistungsdeckung Revolvierende Finanzkredit-
deckung 
      
Gerätedeckung    Revolvierende 
Lieferanten-
kreditdeckung 
 Rahmenkredit-
deckung 

Shopping-Line-Deckung
      
Globale Gerätedeckung    Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung        
Einlagerungsdeckung    Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung-light        
Ersatzteillagerdeckung             

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