In Senegal haben viele ländliche Regionen keinen Zugang zu Elektrizität. Obwohl in dem westafrikanischen Land im Jahr etwa 2.500 Stunden die Sonne scheint, spielt elektrischer Strom aus Solarenergie bisher nur eine untergeordnete Rolle. Die senegalesische Agentur für ländliche Elektrifizierung, ASER, möchte das Potenzial des Landes nutzen und mit Photovoltaik die Elektrifizierung voranbringen. Dabei verfolgt sie ein ganz konkretes Ziel: Mit Hilfe autarker solarbetriebener Netze sollen abgelegene Dörfer mit Strom versorgt werden.

Für dieses Vorhaben suchte ASER Unternehmen, die für die Planung und Realisierung des Projektes sorgen. Den Auftrag zur Elektrifizierung von 300 Dörfern erhielt GAUFF Engineering aus Nürnberg, die in Afrika bereits viele Infrastrukturprojekte begleitet und durchgeführt hat. Die Ziele sind hochgesteckt: Jedes Dorf soll eine 15 bis 45 kWp-Photovoltaikanlage inklusive Batteriespeicher erhalten. Dazu kommt der Bau von Verteilungsnetzen mit insgesamt rund 840 km verlegten Leitungen und 25.000 Masten. 3.600 LED-Laternen sollen für die Beleuchtung der Wege und Straßen und damit für mehr Sicherheit sorgen.

24.000 Haushalte profitieren von dem Projekt. Sie werden nicht nur mit Solarstrom versorgt, sondern erhalten je fünf Steckdosen und fünf LED-Lampen.

Darüber hinaus sollen auch Möglichkeiten zur produktiven Nutzung der Energie geschaffen werden. Die Dörfer sollen je nach Region und Bedarf zusätzlich Wasserpumpen, Getreide- und Erdnussmühlen, Kühlschränke für die Krankenstationen sowie Werkzeuge, die in einem zentralen Kiosk den Handwerkern des Dorfes zur Verfügung stehen, erhalten. Dies ermöglicht die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und den Aufbau kleiner Produktionen in den Dörfern. Somit ergeben sich durch die Elektrifizierung auch neue Möglichkeiten, gewerblich tätig zu werden. Eine Perspektive für eine Bevölkerung, die unter hoher Arbeitslosigkeit leidet.

Die Komponenten und Geräte stammen hauptsächlich aus Deutschland, während lokale Firmen die Montage übernehmen. Doch nicht nur die deutschen Unternehmen profitieren von dem Projekt –­­ in Senegal werden lokale Fachkräfte geschult, die den laufenden Betrieb und die Instandhaltung der PV-Anlagen sicherstellen sollen. Die Schulungen im Rahmen der Ausbildung führt GAUFF Engineering zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, GIZ, durch.

 Schulung lokaler Fachkräfte, die den laufenden Betrieb und die Instandhaltung der PV-Anlagen sicherstellen werden.

Die bisherige Praxis, elektrischen Strom in den ländlichen Regionen des afrikanischen Landes aus teuren und umweltschädlichen Diesel- oder Schwerölgeneratoren zu gewinnen, ändert sich nun nach und nach. Die ersten Ortschaften wurden bereits elektrifiziert und profitieren von dem Photovoltaikprojekt. Um den ehrgeizigen Zeitplan einzuhalten, laufen die Installationsarbeiten in mehreren Dörfern zeitgleich ab. „Die Elektrifizierung der Dörfer ist ein wichtiger Schritt für eine soziale und wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Gebiete Senegals, aber ohne Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein außer Acht zu lassen“, so Uwe Gauff, Hauptgesellschafter der GAUFF Engineering. „Dank der Exportkreditgarantien der Bundesregierung können wir dieses zukunftsweisende Projekt umsetzen, ohne größere finanzielle Risiken für unser mittelständisches Unternehmen einzugehen.“

Während die KfW IPEX-Bank das Entwicklungsprojekt finanziert, unterstützt die Bundesregierung das Vorhaben mit einer Lieferantenkredit- und einer Finanzkreditdeckung. Das Volumen der ECA-gedeckten Finanzierung beträgt insgesamt 130 Millionen EUR.

Bild: Zwei Reihen mit Solarpaneln und Besuchern links

©GAUFF Engineering 


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