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Pressemeldungen 2010

Hermesdeckungen: Wiederum hoher Zuwachs im ersten Halbjahr 2010

21.07.2010

  • Deckungsvolumen 40 % über Vorjahreszeitraum
  • Absicherung marktfähiger Risiken stark nachgefragt
  • Positives Ergebnis für den Bundeshaushalt zum Jahresende erwartet

Die Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland (Hermesdeckungen) verzeichneten im ersten Halbjahr 2010 einen außergewöhnlichen Zuwachs, nachdem bereits 2009 das höchste Deckungsvolumen der Geschichte registriert wurde. Das Volumen neu abgesicherter Exportgeschäfte lag mit 14, 2 Mrd. EUR rund 40 % über dem Vergleichswert des Vorjahres. Einzelne Großprojekte, aber auch sehr viele kleinere Exportgeschäfte trugen zu dieser Entwicklung bei.

Die Liste der Länder mit den höchsten Deckungsvolumina führt die Schweiz (1,8 Mrd. EUR) an – dies ist auf Absicherung der Ostsee-Pipeline von Russland nach Deutschland, die von der Nord Stream AG mit Hauptsitz in der Schweiz gebaut wird, zurückzuführen. Es folgen Russland (1,4 Mrd. EUR), China (1,1 Mrd. EUR) und Brasilien (751 Mio. EUR).

Zum Ende des ersten Halbjahres ergab sich für die Exportkreditgarantien ein Überschuss von 349,8 Mio. EUR, der dem Bundeshaushalt zugute kommt.

Exportkreditgarantien schützen Unternehmen vor einem Zahlungsausfall aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen. Durch ihr stabiles Absicherungsangebot erleichtern sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Auftragsfinanzierung. „Die Finanzkrise hat in zwei Bereichen gezeigt, dass staatlich unterstützte Exportkredite unverzichtbar sind“, erläutert Dr. Hans Janus, Mitglied des Vorstands der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG. „Zum einen lassen sich Großprojekte mit langfristigen Finanzierungen noch immer selbst in Industrieländern häufig nur mit Unterstützung einer Exportkreditgarantie realisieren. Zum anderen stellt sich die Absicherung für kurzfristige Geschäfte bestimmter Sektoren und für einige Märkte der EU und OECD weiterhin als schwierig dar; auch insoweit bleiben die Hermesdeckungen von großer Bedeutung.“

Das bis Ende 2010 befristete Angebot von Hermesdeckungen für kurzfristige Exportkredite in Länder der EU und OECD („marktfähige Risiken“) nutzten seit August 2009 zahlreiche Unternehmen. Seit dem stellten die Exporteure hierfür rund 18.000 Deckungsanträge. Doch auch für die Entwicklungs- und Schwellenländer war die Nachfrage nach Absicherungen unverändert hoch. Eine Ursache liegt in der gestiegenen Risikowahrnehmung. Das abgesicherte Volumen im Segment kurzfristiger Zahlungsbedingungen stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 um ca. 80 %.

Exportkreditgarantien für Großprojekte wie beispielsweise die Ostsee-Pipeline beeinflussen die Deckungsvolumina erheblich. So bestimmen Geschäfte mit langfristigen Kreditlaufzeiten zu einem großen Teil die Halbjahresbilanz. Ihr Anteil ist trotz des Zuwachses im kurzfristigen Geschäft von knapp einem Viertel auf die Hälfte des Deckungsvolumens gestiegen. Einen Rückgang gab es im mittelfristigen Bereich bei Geschäften mit ein bis fünf Jahren Kreditlaufzeit.

Die Folgen der Finanzkrise zeigen sich mit einer gewissen Verzögerung auch in den Geschäftszahlen der Exportkreditgarantien. So wurden zwar im ersten Halbjahr 2010 Entschädigungszahlungen in deutlich höherem Ausmaß geleistet als noch vor einem Jahr. Insgesamt bleiben die Auszahlungen aber auf einem moderaten Niveau. Wirtschaftliche Schäden wie Insolvenz oder Nichtzahlung wurden in Höhe von 93,3 Mio. EUR entschädigt, das sind rund 40 % mehr als 2009. Demgegenüber gingen die geleisteten Entschädigungen aus politischen Gründen zurück und betrugen etwas mehr als 13 Mio. EUR. Aus heutiger Sicht werden die Exportkreditgarantien zum Jahresende 2010 ein deutliches Plus für den Bundeshaushalt ausweisen.

Die Exportkreditgarantien sind seit 1949 ein wichtiges Instrument der staatlichen Außenwirtschaftsförderung in Deutschland. Die Bundesregierung hat das Management einem Konsortium aus der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG und der PricewaterhouseCoopers AG WpG übertragen. Die Sicherung von Arbeitsplätzen durch einen verlässlichen Schutz der Exportwirtschaft vor Zahlungsausfällen gerade bei Ausfuhren in risikoreiche Märkte ist unverändert das zentrale Anliegen.
Der Halbjahresbericht der Exportkreditgarantien 2010 ist im Internet (http://www.agaportal.de/pdf/berichte/hjb_2010.pdf) verfügbar.

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