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Pressemeldungen 2006

Positiver Trend bestätigt: Hermesdeckungen künftig in schwarzen Zahlen

16.11.2006

  • Turn-around von 1999 nachhaltig bestätigt und positiver Saldo erzielt
  • Prämienfinanziertes Instrument der Außenwirtschaftsförderung
  • Stärkung im internationalen Wettbewerb sichert und schafft Arbeitsplätze

Die Exportkreditgarantien des Bundes, die so genannten Hermesdeckungen, erreichen mit Ablauf des Monats November einen positiven Gesamtsaldo. Damit setzt sich der Trend, der mit dem Turn-around 1999 eingeläutet wurde, nachhaltig fort. Seit diesem Zeitpunkt werden jährlich Überschüsse an den Bundeshaushalt überwiesen, die das zuvor aufgelaufene Defizit abbauen. Das Ergebnis zeigt den Erfolg der staatlichen Exportkreditgarantien als langfristig selbst tragendes Instrument der Außenwirtschaftsförderung. Parallel zum Abbau des Defizits stabilisierte sich das Neugeschäft der Hermesdeckungen auf hohem Niveau: Ein Volumen von mehr als 100 Mrd. EUR für neu abgesicherte Geschäfte seit 2000 dokumentiert dies eindrucksvoll.

Die vorzeitige Schuldentilgung Algeriens in Höhe von rund 300 Mio. EUR führt nun Ende November den Restbetrag des Defizits auf Null zurück. Damit kann zum Jahresende 2006 nicht nur ein positives Ergebnis, sondern auch ein positiver Gesamtsaldo der Exportkreditgarantien von voraussichtlich etwa 180 Mio. EUR verzeichnet werden.

Entstanden ist das Defizit mit Beginn der internationalen Verschuldungskrise Anfang der achtziger Jahre durch Entschädigungszahlungen für politische Schäden. I m Laufe der neunziger Jahre baute sich das Defizit durch die engen wirtschaftlichen Verbindungen zu den ehemaligen Ostblockstaaten und die Zahlungsunfähigkeit einiger dieser Länder weiter auf. In der Zeit von 1983 bis 1998 überstiegen die Ausgaben für Entschädigungszahlungen die Einnahmen aus Prämien sowie Rückflüssen und bauten in diesen 15 Jahren ein Defizit in Höhe von 13,4 Mrd. EUR auf.

Obwohl in der gesamten Zeit konsequent Schuldenregelungen mit den betroffenen Staaten vereinbart wurden, brachten Tilgungen und vorzeitige Rückzahlungen erst 1999 die Trendumkehr. Auf Basis der vereinbarten Umschuldungsabkommen wurden die Entschädigungen nahezu vollständig zurückgezahlt und das Defizit kontinuierlich abgebaut. Der jetzt erreichte Defizitabbau ist eine Folge der konsequent betriebenen Verhandlungen mit den einzelnen Schuldnerstaaten und ist in diesem Umfang einmalig. Die Schuldenstruktur der vergangenen Jahre ist mit der aktuellen Entwicklung jedoch nicht vergleichbar, weil nun nicht mehr überwiegend Staaten, sondern Unternehmen die Schuldner sind.

Die WTO-Regeln sehen vor, dass das System der Ausfuhrfördermaßnahmen durch Einnahmen langfristig gedeckt sein muss. Diesen international gültigen Grundsatz zur Selbstragung erfüllt das Hermesinstrumentarium dadurch, dass die Exporteure zusätzlich zu den Bearbeitungsgebühren auch risikobezogene Entgelte (Prämien) zahlen.

Die politischen Veränderungen in den Transformationsstaaten sowie die zunehmende Liberalisierung von zuvor staatlich regulierten Märkten, tragen dazu bei, dass der Anteil der staatlichen Besteller zu Gunsten der privaten ausländischen Kunden abnimmt. Während in den achtziger und neunziger Jahren deshalb überwiegend politische Ursachen Auslöser für die Schadenfälle waren, haben seit 2000 wirtschaftliche Schäden ein stärkeres Gewicht. Sie beruhen z.B. auf der Zahlungsunfähigkeit des ausländischen Kunden. Der Regress gegenüber den privaten ausländischen Abnehmern ist ungleich schwieriger und aufwändiger als der im Verhältnis zu staatlichen Bestellern. Außerdem liegt die Rückflussquote bei wirtschaftlichen Schäden deutlich unter der staatlicher. Zukünftig werden deshalb die Rückflüsse größter Wahrscheinlichkeit nicht mehr in vergleichbarer Höhe zu realisieren sein, so dass kein Spielraum für eine Prämienanpassung besteht.

Die Bundesrepublik übernimmt Hermesdeckungen für Exportgeschäfte in politisch und wirtschaftlich risikoreiche Länder. Ziel ist es, die deutsche Wirtschaft im internationalen Wettbewerb durch einen Schutz vor Zahlungsausfällen zu stärken. Die Förderung der mittelständischen Wirtschaft, die mehr als dreiviertel aller Anträge stellt und vielfach nur mit Hilfe von Exportkreditgarantien in risikoreiche Märkte liefern kann, ist dabei ein besonderes Anliegen. Hermesdeckungen tragen damit zum Erhalt und zur Sicherung von Arbeitsplätzen in Deutschland signifikant bei. Sowohl Großprojekte mit Zulieferungen von kleinen und mittelständischen Unternehmen als auch Exportgeschäfte mit geringerem Volumen können oftmals nur durch Hermesdeckungen finanziert und realisiert werden.

Kontakt: Euler Hermes Kreditversicherungs-AG, Exportkreditgarantien des Bundes,
René Andrich, Pressesprecher, 040 / 8834 - 9159

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