Inhaltsbereich

 

Pressemeldungen 2006

22.02.2006

Pressemitteilung: Exportkreditgarantien für das Reich der Mitte

  • China bei Hermesdeckungen auf Rang zwei
  • Außenminister und Wirtschafts-Delegation in China
  • Hohe Liquidität erlaubt kurzfristige Zahlungsbedingungenl
  • Hermesdeckungen als Sicherheit und Finanzierungsinstrument

Das Boomland China ist nach wie vor einer der wichtigsten Märkte für den deutschen Außenhandel, wie die aktuelle Reise von Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier zeigt. Damit hat das Land auch für die staatlichen Exportkreditgarantien (Hermesdeckungen) gedeckten Auftragswerte 1,6 Milliarden Euro, womit China auf den zweiten Platz in der Rangliste der Länder mit den höchsten neu übernommenen Hermesdeckungen kletterte.

Häufig handelt es sich bei den Exporten nach China um Geschäfte des Investitionsgütersektors, die - wegen der großen Liquidität im chinesischen Markt - in der Regel zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen abgesichert werden. "In den meisten Fällen laufen die China-Geschäfte mit hohen Auftragswerten nach dem Muster 10 % Anzahlung, 80 % bei Lieferung und 10 % bei Endabnahme", erläutert Wolfgang Knur, Teamleiter Asien bei den Exportkreditgarantien des Bundes. Hermesdeckungen können auf der Basis der Käuferbonität (so genanntes Corporate Risk) beantragt werden. Da die erforderlichen Unterlagen wie Jahresabschlüsse oder andere aussagekräftige Unterlagen jedoch in manchen Fällen nur schwer erhältlich sind, sind in der Regel Banksicherheiten zu stellen. Dabei sind bereits einige Banken generell als Sicherheitengeber anerkannt; weitere können im Einzelfall nach entsprechender Prüfung ebenfalls akzeptiert werden.

Obwohl in den vergangenen Jahren nur wenige der abgesicherten Exportgeschäfte entschädigt werden mussten und diese Zahlen insgesamt eher zu vernachlässigen sind, empfiehlt sich dennoch der Abschluss einer Hermesdeckung. Denn gerade in Asien gilt der Grundsatz, dass sich Dinge sehr schnell verändern und das Risiko jederzeit wieder deutlich steigen kann. So könnte gerade der Bankensektor in China besondere Gefahren in sich bergen.

Außerdem hat die Bedeutung von Hermesdeckungen als Finanzierungs- und Liquiditätsinstrument in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Vielfach setzen Exporteure die Hermesdeckungen gegenüber ihren Banken als Sicherheiten für Kredite ein und erhöhen damit die eigene Liquidität. Und nicht zuletzt geben die Ergebnisse aus Bonitäts- oder Bankenprüfung den Exporteuren wertvolle Hinweise zum engeren wirtschaftlichen Umfeld des jeweiligen Geschäfts.

Die staatlichen Exportkreditgarantien sind seit 1949 ein bewährtes Instrument der Außenwirtschaftsförderung. Der Schutz vor Zahlungsausfällen gerade bei der Lieferung in schwierige und risikoreiche Märkte ist nach wie vor zentrales Anliegen. Diese Aufgabe können oft nur staatliche Exportkreditversicherungssysteme übernehmen, da Angebote der privaten Ausfuhrkreditversicherung nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Rund 75 % aller Hermesdeckungen werden für Lieferungen in Entwicklungs- und Schwellenländer gewährt.

Zuständig für die Vergabe von Exportkreditgarantien ist der Interministerielle Ausschuss (IMA), der sich aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (federführend), dem Bundesministerium der Finanzen, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zusammensetzt. Die Bundesregierung hat die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG und die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem Management der Exportkreditgarantien beauftragt. Langjährige Erfahrung in der Exportfinanzierung und umfassendes Know-how im Bereich der Exportkreditgarantien machen die Mandatare zu gefragten Beratern der Exporteure und Banken. Eine Vielzahl von Absicherungsangeboten erlaubt es einerseits einfache, standardisierte Lösungen anzubieten ohne andererseits auf maßgeschneiderte Modelle zu verzichten.

Kontakt: Euler Hermes Kreditversicherungs-AG, Exportkreditgarantien des Bundes,
René Andrich, Pressesprecher, 040 / 8834 - 9159

nach oben


 

Fußzeile