Inhaltsbereich

 

Pressemeldungen 2011

Hermesdeckungen unterstützen afrikanische Wirtschaft

16.08.2011

  • Zusätzliche Absicherungsmöglichkeiten durch neuen Garanten
  • Wachsender Markt mit beherrschbaren Risiken
  • Individuelle Absicherung eröffnet Chancen für deutsche Exporteure
  • Nachhaltige Kreditvergabe fördert Entwicklung
  • Exportkreditgarantien sind Teil des Afrika-Konzeptes der Bundesregierung

Die Exportkreditgarantien des Bundes, die sogenannten Hermesdeckungen, sichern Exportgeschäfte mit Bestellern aus afrikanischen Staaten gegen einen Zahlungsausfall ab. Das jährliche Volumen neu übernommener Deckungen betrug in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 871 Millionen EUR. Die wichtigsten Länder für die Hermesdeckungen sind Südafrika, Nigeria, Kenia, Uganda und Gabun. Die kürzliche Anerkennung der Afreximbank als Garant in 30 afrikanischen Ländern ermöglicht es, mehr Exportkreditgarantien als bislang zu übernehmen.

Der afrikanische Kontinent zeichnet sich durch ein starkes Wachstum aus: Sieben der zehn am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften gehören in diese Region. Dennoch liegt der Anteil afrikanischer Länder an der Weltwirtschaft noch unter 2 Prozent. In den letzten fünf Jahren stiegen die deutschen Exporte nach Subsahara-Afrika um 16 Prozent auf rund 16 Mrd. US-Dollar; der deutsche Export insgesamt wuchs in dieser Zeit nur um 7 Prozent.

„Wir sehen das große Potential der afrikanischen Staaten und begleiten die deutsche Exportwirtschaft bei ihren Aktivitäten auf diesem Kontinent“, erläutert Andreas Klasen, Partner bei PricewaterhouseCoopers. Gemeinsam mit Euler Hermes bearbeitet PwC die Exportkreditgarantien des Bundes. „Das Abkommen mit der Afreximbank ist ein Schlüssel, um Exportgeschäfte in die Subsahra-Region zu finanzieren. Staatliche Exportkreditversicherungen sind oftmals der einzige Weg, um in Entwicklungs- und Schwellenländern neue Märkte zu erschließen.“

Deutsche Exportunternehmen nutzen die Chancen der robust wachsenden Märkte zu wenig, obwohl das hohe Potenzial nicht durch das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld beeinträchtigt wird. Vielmehr ergeben sich durch die dauerhaft hohe Rohstoffnachfrage nachhaltige Export- und Investitionsmöglichkeiten. Risiken bestehen in den meisten Fällen durch fehlende Infrastruktur und die Defizite in der Demokratieentwicklung. Beide Risikoaspekte können Exporteure durch den Einsatz von Hermesdeckungen begrenzen.

Für nahezu alle Länder des Kontinents hat der Interministerielle Ausschuss eine Länderbeschlusslage veröffentlicht. Sie spiegelt das Länderrisiko auf Basis der OECD-Kategorien und die Berücksichtigung der Zahlungserfahrungen wider. In den meisten Fällen können Kreditlaufzeiten bis 10 Jahre (Kraftwerke bis 12 Jahre, Erneuerbare Energie bis 18 Jahre) abgesichert werden. Ausländische Besteller der Privatwirtschaft können nahezu ohne Einschränkungen beliefert werden. Hingegen bestehen Restriktionen bei Bestellern des öffentlichen Sektors.

„Es ist fast schon ein bisschen paradox“, beschreibt Andreas Klasen. „Die Zahlungserfahrungen der Hermesdeckungen mit den afrikanischen Ländern sind überwiegend gut. Es gibt wenig wirtschaftliche und auch wenig politische Schäden; Überfälligkeiten treten ebenfalls selten auf. Und dennoch sehen viele Exporteure nur Risiken in Afrika. Mit den Hermesdeckungen geben wir den Exporteuren ein Instrument an die Hand, die Chancen erfolgreich zu nutzen.“

Die Verschuldungskrise der Dritten Welt in den 80er Jahren hat dazu geführt, dass sich die OECD-Staaten unter dem Stichwort „sustainable lending“ auf ein Verfahren zur nachhaltigen Kreditvergabe für diese Länder verständigt haben. Dazu gehört, dass die abgesicherten Geschäfte den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt des Staates fördern müssen. Darüber hinaus sollte die finanzielle Zukunft und die langfristige Entwicklung positiv beeinflusst werden.

Hermesdeckungen werden in den meisten Fällen für Geschäfte mit Kreditlaufzeiten von weniger als 360 Tagen in Anspruch genommen. Überwiegend handelt es sich dabei um die Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung, bei der ein deutscher Exporteur verschiedene ausländische Besteller in mehreren Ländern beliefert. Das unkomplizierte Verfahren erleichtert Unternehmen mit wenig Exporterfahrung den Einstieg in die Welt der Hermesdeckungen. Die Lieferung von einzelnen Maschinen oder Anlagen bzw. der Bau von Infrastruktureinrichtungen lassen sich ebenfalls mit Exportkreditgarantien absichern. Die Beratern bei Euler Hermes unterstützen bei der Auswahl der passenden Absicherungsform und prüfen, ob das Geschäft eine Hermesdeckung erhalten kann. Dies erleichtert meist auch die weitere Finanzierung, da Hermesdeckungen bei Banken gern gesehen sind.

Die Beschlusslage zu den einzelnen afrikanischen Ländern bildet für Exporteure und Banken eine wichtige Informationsquelle. Zusätzliche Daten und Berichte stellen Germany Tade and Invest (www.gtai.de) und iXPOS (www.ixpos.de) zur Verfügung. Manchmal kann die Begleitung des Geschäfts durch die ortkundigen Vertreter der deutschen Auslandshandelskammern, Botschaften und Vertretungen von entscheidender Bedeutung für den Erfolg sein.

Exportkreditgarantien (Hermesdeckungen) sind seit 1949 ein wichtiges Instrument der staatlichen Außenwirtschaftsförderung in Deutschland. Der Schutz vor Zahlungsausfällen aus wirtschaftlichen und politischen Gründen gerade bei der Lieferung in schwierige und risikoreiche Märkte ist zentrales Anliegen. Im Auftrag der Bundesregierung nehmen die Euler Deutschland AG und PricewaterhouseCoopers AG WPG das Management der Exportkreditgarantien wahr.

Kontakt: Euler Hermes Deutschland AG, Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland, Ruth Bartonek, Pressesprecherin, 040/88 34-9241, ruth.bartonek@eulerhermes.com Internet: www.agaportal.de

Text der Pressemeldung als PDF

PDF Datei Hermesdeckungen unterstützen afrikanische Wirtschaft (39 KB)

nach oben


 

Fußzeile