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Stand: 29.11.2011 weiterempfehlen | drucken
Ausgewählte Projekte / Einzelprojekte 2011
- In Weißrussland wird Biogas zu Strom
- Hermesdeckung für Solarthermieprojekt in Spanien
- Zeppelin fliegt mit Hermesdeckung nach Amerika
In Weißrussland wird Biogas zu Strom
November 2011
Die LTV Landmaschinen und Transporttechnik Vertriebsgesellschaft aus Berlin liefert eine der ersten Biogasanlagen Weißrusslands. Eine kombinierte Ausfuhr- und Finanzkreditdeckung sichert das Großprojekt ab. Umfangreiche Projektierungsleistungen von Rohrplan aus Schwedt sowie Zulieferungen aus Deutschland, u. a. aus den neuen Bundesländern, sowie die Beteiligung von ausschließlich kleinen und mittelständischen Unternehmen machen dieses Exportgeschäft besonders förderungswürdig. LTV sieht in dem 11 Millionen-EUR-Projekt eine Referenz für den weißrussischen Markt. Deshalb verspricht sich das Unternehmen von dem Exportgeschäft weitere Folgeaufträge.
In Biogasanlagen werden Pflanzenreste, nachwachsende Rohstoffe und Wirtschaftsdünger (Gülle) fermentiert, sodass Methan entsteht. Dieses Biogas wird zur Stromproduktion verwendet. Die weißrussische Anlage setzt vier Blockheizkraftwerke (BHKW) mit einer Anschlussleistung von 4,8 MW ein. Diese Lösung erreicht eine hohe Energieausbeute, da sowohl Strom als auch Wärme genutzt werden. Die Anlagen kennzeichnet eine große Umweltfreundlichkeit und dauerhafte Verfügbarkeit des Stroms, sodass kurzfristige Schwankungen leicht ausgeglichen werden können. Kraftwerke mit Biogas eignen sich außerdem gut für die dezentrale Stromversorgung. So produziert die geplante Anlage jährlich rund 42 Gigawattstunden Strom. Diese Strommenge verbrauchen etwa 7.000 Vier-Personen-Haushalte in einem Jahr.
Die Hermesdeckung schützt die LTV Landmaschinen und Transporttechnik Vertriebsgesellschaft vor einem Zahlungsausfall aus politischen und wirtschaftlichen Gründen. Darüber hinaus stellt die AKA einen Finanzkredit über mehr als 10 Mio. EUR zur Verfügung, der die Finanzierung des Projekts erleichtert.
Weitere Informationen
Bild der Anlage im Bau (58 KB)
Hermesdeckung für Solarthermieprojekt in Spanien
Juli 2011
Das weltweit erste Solar-Projekt mit Fresneltechnik wird mit einer Hermesdeckung finanziert. In der spanischen Region Murcia entsteht bis März 2012 ein solarthermisches Kraftwerk („Puerto Errado 2“), das diese innovative Technik erstmals im kommerziellen Betrieb einsetzt. Im Vergleich zu den bekannten Parabolrinnen hat diese Technologie mit flachen Spiegeln einen wesentlich geringeren Flächen- und Materialbedarf. Damit können sowohl Investitionsbedarf als auch Betriebskosten erheblich verringert werden. Die Fresneltechnologie sieht vor, dass eine Vielzahl von Spiegeln auf einer Fläche von 302.000 m² das Sonnenlicht in einer Kollektorröhre bündelt, um Wasserdampf zu erzeugen. Ein konventionelles Kraftwerk nutzt diesen Dampf zur Stromproduktion. Pro Jahr werden so mehr als 22.000 t CO2 eingespart.
Die Bundesregierung unterstützt dieses einzigartige Pilotprojekt durch eine isolierte Finanzkreditdeckung im Rahmen einer Projektfinanzierung. Projektfinanzierungen sind eine an den eigenen Einnahmen eines Projekts orientierte Finanzierungsform über die Großprojekte realisiert werden können. Dabei wird das Kreditrisiko wesentlich auf die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts und eine umfängliche Besicherungsstruktur abgestellt. Im Einklang mit dem OECD-Konsensus kann die Kreditlaufzeit für Erneuerbare-Energie-Projekte bis zu 18 Jahre vereinbart werden.
Das Pilotprojekt verbindet die innovative Fresneltechnik mit der etablierten Stromerzeugung aus Dampf. Dadurch weist das geplante Kraftwerk eine hohe Verfügbarkeit auf. Die Generatoren mit zwei 15 MW-Turbinen liefern rund 50 GWh im Jahr. Langfristige Abnahmeverträge für den produzierten Strom und die hohe Einspeisevergütung garantieren die Tragfähigkeit des Projekts.
Die deutsche Novatec Solar GmbH, Karlsruhe, liefert als Generalunternehmer die innovative Fresnel-Technik.
Der erfolgreiche Bau und Betrieb der Solarthermieanlage „Puerto Errado 2“ stellt sowohl einen bedeutenden Schritt in der Weiterentwicklung der Solartechnik insgesamt als auch für den Technologiestandort Deutschland dar.
Zeppelin fliegt mit Hermesdeckung nach Amerika
Mai 2011
Die Zeppelin Luftschifftechnik GmbH & Co. KG (ZLT) verkauft drei Zeppelin NT an das amerikanische Unternehmen Goodyear Tire & Rubber Company. Eine Hermesdeckung sichert das Projekt gegen einen Zahlungsausfall ab. Schon 2014 soll das erste der drei Luftschiffe geliefert werden.
Die Exportkreditgarantie der Bundesrepublik Deutschland gliedert sich in eine Fabrikationsrisikodeckung und eine Lieferantenkreditdeckung. Fabrikationsrisikodeckungen schützen deutsche Exporteure vor einem Zahlungsausfall während der Produktionsphase. Dies ist besonders wichtig, wenn die Unternehmen für die Produktion in Vorleistung gehen oder die Maschinen bzw. Anlagen nur schwierig weiter zu vermarkten sind. Bis Goodyear das erste Luftschiff in Empfang nehmen kann, vergehen drei Jahre. Ursache sind die benötigten Vorlaufzeiten bei Lieferanten sowie die Endmontage im amerikanischen Akron.
ZLT räumt darüber hinaus einen Lieferantenkredit ein, der von Goodyear über einen Zeitraum von 10 Jahren zurückgezahlt wird. Die Absicherung dieses Kredits erfolgt über eine Lieferantenkreditdeckung. Dies erleichtert dem Exporteur die Finanzierung des Exportgeschäfts.
Die Auslieferung der drei Zeppelin NT erstreckt sich über insgesamt vier Jahre. Der Exportauftrag ist mit einem Volumen von rund 42 Mio. EUR das bislang größte Einzelgeschäft des Friedrichshafener Unternehmen. Auch für die Exportkreditgarantien stellt dieses Projekt eine Besonderheit dar, denn es handelt sich um die erste Hermesdeckung für Luftschiffe.
Das Geschäft knüpft an die erfolgreiche Zusammenarbeit von Zeppelin und Goodyear Anfang des letzten Jahrhunderts an. Der Auftrag aus den USA verdoppelt die weltweite Präsenz des Zeppelin NT und das Unternehmen rechnet deshalb mit interessanten Folgeaufträgen, die dann auch den Standort am Bodensee weiter stärken.
Weitere Informationen
Presseinformation der Deutschen Zeppelin-Reederei GmbH (50 KB)

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