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Ausgewählte Projekte / Einzelprojekte 2008
- Sicherstellung der Trinkwasserversorgung für Libreville
- Hermesdeckungen stärken deutschen Kreuzfahrtmarkt
- Meyer Werft liefert umweltfreundliche Kreuzfahrtschiffe
- Hochgeschwindigkeitszüge für Russland
- Reederei vertraut in Blohm + Voss
Sicherstellung der Trinkwasserversorgung für Libreville
Juli 2008
Die Gauff GmbH & Co. Engineering KG (Gauff) aus Nürnberg verhandelt mit dem gabunesischen Ministère des Mines et des Ressources Hydrauliques über Lieferungen und Leistungen nach Gabun in Höhe von über 18 Mio. Euro im Rahmen eines übergeordneten Projektes zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung der Hauptstadt Libreville und Umgebung im subsaharen Afrika.
Die Stadt in der Nähe des Äquators sowie ihre Umgebung haben in den letzten 40 Jahren ein enormes Bevölkerungswachstum erlebt. Es kommt immer wieder zu Engpässen in der Trinkwasserversorgung und durch dessen unzulängliche Bevorratung zu Verschmutzungen, die zu Krankheiten führen können. Diese Situation erfordert, dass das Trinkwassersystem der heute 650.000 Einwohner der Region gesichert und weiter ausgebaut wird.
Die Notwendigkeit der Maßnahmen und den geeigneten Kapazitätsausbau sollen in einem zeitlich vorangestellten so genannten "Audit" festgelegt werden. Gauff soll u. a. die Bestandsaufnahme des vorhandenen Wasserversorgungsnetzes, die Erstellung eines Masterplans zur Sicherung einer langfristigen Wasserversorgung von Libreville und Umgebung sowie im Rahmen von Notmaßnahmen die Optimierung und Instandsetzung des vorhandenen Wasserversorgungsnetzes vornehmen.
Dieser erneute Einstieg von Gauff in den Bereich Wasser in Gabun würde zu einer langjährigen Sicherung von Arbeitsplätzen beitragen.
Die Bundesregierung hat die Übernahme einer Ausfuhrbürgschaft sowie einer Avalgarantie in Höhe von 80 % der Anzahlungsgarantie grundsätzlich zugesagt. Da das Geschäft in den zukunftsträchtigen Bereich Umwelttechnologie und -dienstleistungen fiele und zudem mehrere mittelständische Zulieferer involviert wären, gilt es als besonders förderungswürdig.
Hermesdeckungen stärken deutschen Kreuzfahrtmarkt
Mai 2008
Der Bund unterstützt den Export von drei Kreuzfahrtschiffen der Meyer Werft GmbH (Meyer Werft) in Papenburg für den Kreuzfahrtanbieter AIDA Cruises. Insgesamt sechs Neubauten, davon zwei Ablieferungen bereits im April 2007 und April 2008 wurden bei der Meyer Werft bestellt.
AIDA Cruises gehört zur weltweit größten Kreuzfahrtgruppe Carnival Corp. & plc, Miami. Für das Zustandekommen des Vertrages über den Bau und die Lieferung von drei Kreuzfahrtschiffen ist der Bund bereit eine Ausfuhr- und Finanzkreditdeckung zu übernehmen.
Der Auftragswert dieses Exportgeschäftes beläuft sich insgesamt auf über eine Milliarde Euro und wird von der KfW-IPEX-Bank zu 80 % mit gebundenen Finanzkrediten finanziert.
Neben der Carnival Gruppe gehören alle wesentlichen Kreuzfahrtreedereien zu den Kunden der Meyer Werft. Damit dokumentiert die Meyer Werft ihre Konkurrenzfähigkeit im internationalen Vergleich und verringert die Gefahr zu großer Abhängigkeiten von nur einem oder sehr wenigen Bestellern.
Das letzte Schwesterschiff wird im Mai 2012 in Dienst gestellt. So trägt das Exportgeschäft in erheblichem Maße dazu bei, die Beschäftigung zu sichern und leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag für die Vielzahl der von der Werft abhängigen kleinen und mittleren Zulieferbetriebe in Papenburg und der Region. Zudem wird bei der zur Firmengruppe gehörenden Neptun Werft, Warnemünde, die Jahreskapazität zu mehr als 20% ausgelastet und damit auch zur Beschäftigung in Mecklenburg-Vorpommern beigetragen.
Meyer Werft liefert umweltfreundliche Kreuzfahrtschiffe
Mai 2008
Die Meyer Werft GmbH (Meyer Werft) in Papenburg hat einen Vertrag mit Royal Caribbean Cruises Ltd. (RCCL) über den Bau und die Lieferung eines weiteren Kreuzfahrtschiffes für rund 2.850 Passagiere abgeschlossen. Bei den Schiffen der Bauserie "Solstice" handelt es sich um so genannte PostPanamax-Schiffe, die aufgrund ihrer Abmessungen nicht den Panama-Kanal passieren können. Diese Bauserie zeichnet sich nach Angaben der Werft durch besonders energieeffiziente und umweltfreundliche Systeme an Bord aus. Zur Finanzierung des vorliegenden Neubaus ist der Bund bereit, eine Ausfuhr- und Finanzkreditdeckung über 80 % des Baupreises zugunsten der Meyer Werft und der KfW IPEX-Bank zu übernehmen.
RCCL hat bereits vier Bauaufträge für Kreuzfahrtschiffe dieser Baureihe an die Meyer Werft vergeben, für die entsprechende Hermesdeckungen übernommen wurden.
Die amerikanische Reederei ist damit für die Meyer Werft ein wichtiger Bestandskunde, der die zwingend notwendige Kontinuität bei der Auslastung der Kapazität sichert. Zur RCCL-Flotte gehören inzwischen insgesamt neun Meyer-Neubauten. Bei dem jetzigen Auftragsstand liefert die Werft das letzte Schiff Ende 2012 an RCCL aus. Damit erhält das Unternehmen Planungssicherheit hinsichtlich der weiteren Investitionen in die Werft, der Beschäftigung sowie der Fortsetzung der betrieblichen Ausbildung. Die Meyer Werft selbst hat derzeit rund 2.500 Arbeitsplätze; hinzu kommen mehrere Tausend Arbeitsplätze bei Zulieferern aus der Region. Darüber hinaus fungiert die zur Gruppe gehörende NEPTUN WERFT in Rostock mit weiteren 400 Beschäftigten als großer Zulieferer.
Hochgeschwindigkeitszüge für Russland
September 2008
Die Bundesregierung unterstützt die Fertigung und Lieferung von acht Hochgeschwindigkeitszügen an die Russische Eisenbahn AG über eine Ausfuhr- und Finanzkreditdeckung. Dies erklärte der für die Exportkreditgarantien zuständige Interministerielle Ausschuss in einer grundsätzlichen Stellungnahme. Die Züge werden im Krefelder Siemens-Werk montiert und sollen sukzessive bis August 2010 in Russland ihren Fahrgastbetrieb aufnehmen. Sie sollen auf den Strecken von Moskau nach St. Petersburg und von Moskau nach Nizhny Novgorod eingesetzt werden. Der Auftragswert beläuft sich auf 276 Millionen Euro. 85 % werden über einen gebundenen Finanzkredit der Deutschland Bank AG, Frankfurt, finanziert. Ein weiterer Vertrag sieht vor, dass Siemens für einen Zeitraum über 30 Jahre für die Instandhaltung der gelieferten Züge zuständig ist.
Das derzeitige Eisenbahnsystem ist nicht mehr effizient, denn die veralteten Schienenfahrzeuge sind stark verschlissen und werden weit über die übliche Nutzungsdauer hinaus eingesetzt. Die neuen Züge sind deutlich leistungsstärker als die derzeit eingesetzten. Sie sind nicht nur wesentlich sparsamer im Verbrauch, sondern ermöglichen auch eine erhebliche Verkürzung der Reisezeit zwischen den Wirtschaftsmetropolen Moskau, St. Petersburg und Helsinki. Die Russische Regierung hofft, dass sich durch den Einsatz der neuen Züge die Anzahl der Zug-Reisenden deutlich erhöhen wird.
Eisenbahnverbindungen haben in Russland eine wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Bedeutung. Aufgrund der Größe des Landes sind sie für die Verkehrserschließung prädestiniert. Das Liefergeschäft ist deshalb für das Gesamtverkehrswesen in Russland ein großer Gewinn. Es ermöglicht dem Land den Anschluss an die Hochtechnologie und trägt zur dynamischen Weiterentwicklung der russischen Wirtschaft bei.
Das Projekt bringt auch für die deutsche Eisenbahnindustrie einen positiven Beschäftigungseffekt mit sich, denn: In die Produktion der Züge sind kleine und mittelständische Unternehmen als Zulieferer eingebunden sowie diverse Unternehmen aus die neuen Bundesländern. Damit sichert das Projekt nicht nur Arbeitsplätze bei der Siemens AG, sondern auch in diversen kleinen und mittelständischen Unternehmen.
Reederei vertraut in Blohm + Voss
April 2008
Die HSBC Bank plc., London, hat als Federführer eines Bankenkonsortiums die Finanzierung der Verlängerung und Überholung von zwei Kreuzfahrtschiffen für die Fred Olsen Cruise Line (FOCL) übernommen. Die Bundesregierung unterstützt das Projekt mit der Übernahme einer isolierten Finanzkreditdeckung. Beide Schiffe, die "Balmoral" (Baujahr 1993) sowie die "Braemar" (Baujahr 1988), werden ihren Passagieren durch einsetzen einer neuen Mittelsektion zukünftig einen erhöhten Komfort durch eine größere Anzahl von Kabinen mit Balkon bieten.
Die Finanzierung in Höhe von rd. GBP 59,6 Mio. wird im Rahmen einer Umfinanzierung der gesamten Flotte, bestehend aus fünf Kreuzfahrtschiffen über einen Rückzahlungszeitraum von 20 Jahren übernommen. Die Reederei Fred Olsen Cruise Line hat ihren Sitz in Großbritannien und setzt ihre Schiffe für weltweite Kreuzfahrten ein. Alle Schiffe sind mit betont familiärem Ambiente sowie ganz nach englischen Geschmack eingerichtet.
Die Aufträge zur Rumpfverlängerung und Überholung der Kreuzliner wurden wieder an die Werft Blohm + Voss Repair GmbH (B+V), Hamburg, als Generalunternehmer vergeben und drücken das über lange Jahre aufgebaute Vertrauen in die Leistungsfähigkeit und Termintreue der deutschen Werft und der mittelständischen Zulieferer aus. Das Auseinanderschneiden und das Einpassen der neuen Mittelsektion erfordert höchste Präzision. Der enge Zeitrahmen sieht für die Erledigung der Arbeiten an der "Balmoral" nur 67 Tage vor, damit das Trockendock "Elbe 17" pünktlich für die nächste Kreuzfahrt verlassen kann. Die "Braemar" wird vom 10. Mai bis 24. Juni 2008 Station bei B+V machen.

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