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Inhaltsbereich
Einzelprojekte 2006
- ENERCON errichtet Windpark in Türkei
- Rohre für die Pipeline Shuaiba-Umara
- Rehabilitierung der Wasserversorgung von Luanda
- Alstom Power Generation errichtet Braunkohlekraftwerk Maritza East I
- Strukturierte Finanzierung für schlüsselfertigen Petrochemie-Komplex
- Armenien erhält erste Hermesdeckung seit den 80er Jahren
- Rehabilitierung des kroatischen Eisenbahnnetzes
- Bund fördert Export einer Wellpappenfabrik aus Weiherhammer an ecuadorianischen Bananenproduzenten
- Siemens liefert Triebzüge an Bulgarische Staatsbahn
- Voith Siemens saniert Wasserkraftwerk in Albanien
- EvoBus Liefert 450 Busse nach Istanbul
ENERCON errichtet Windpark in Türkei
Erneut unterstützt der Bund ein umfangreiches Exportgeschäft aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien . Ab Oktober 2007 liefert die deutsche ENERCON GmbH 12 Windenergieanlagen des Typs E-82 mit einer Leistung von jeweils 2 MW an das türkische Unternehmen Lodos Elektrik Üretim A.S. Die Windenergieanlagen bilden den Windpark Kemerburgaz, den ENERCON auf einer Hügelkette rund 35 km nordöstlich von Istanbul und 9 km von der Schwarzmeerküste entfernt errichten wird; die Inbetriebnahme ist für März 2008 geplant. Für das Projekt mit einem Gesamtvolumen von EUR 24,5 Mio. stellt der Bund eine Ausfuhr- sowie Finanzkreditgarantie bereit. Darlehensgeber ist die Landesbank Baden-Württemberg. Lodos Elektrik Üretim A.S. wurde vor Ort beraten durch die DARUMA Corporate Finance Inc., Istanbul.
Bei dem ausländischen Besteller und zukünftigen Betreiber des Windparks handelt es sich um ein Unternehmen der Alto-Gruppe, das bisher potentielle Standorte für Windkraftanlagen in der Türkei untersuchte. Der ab 2008 gewonnene Strom soll an die Vertriebsgesellschaft Elpada Enerji Dagitim Pazarlama San. ve Tic. A.S. verkauft werden.
Vor dem Hintergrund der angestrebten Liberalisierung des türkischen Energiemarktes und einer zunehmend umweltfreundlicheren Energiegewinnung wurde das Projekt als besonders förderungswürdig eingestuft. (02.11.2006)
Rohre für die Pipeline Shuaiba-Umara
Der Bund stellt im Rahmen der Exportkreditgarantien zwei Fabrikationsrisikodeckungen für Ausfuhrgeschäfte der Horst Kürvers GmbH in den Irak bereit. Geliefert werden im Auftrag des irakischen Ministry of Oil Längsnaht-geschweißte Rohre für den Bau der Pipeline Shuaiba-Umara im Wert von rund EUR 16 Mio.
Nachdem der Bund seit 1990 keine Exporte in den Irak abgesichert hatte, bestehen seit März 2005 unter bestimmten Voraussetzungen wieder moderate Deckungsmöglichkeiten, so z.B. für Exporttransaktionen, die mit dem "Oil-for-food-Programm" vergleichbar sind. Außerdem kann der Bund eine Deckung übernehmen, wenn eine Akkreditivbesicherung eines Drittlandes vorliegt oder er kann die Ausfuhrgeschäfte wie in diesem Fall mit isolierten Fabrikationsrisikodeckungen begleiten.
Die in Meerbusch ansässige Horst Kürvers GmbH ist die Muttergesellschaft der Kürvers Piping Gruppe. Sie liefert Rohre und Zubehör für den Anlagen- und Rohrleitungsbau in der Petrochemie, der Energiewirtschaft sowie für Offshore-Konstruktionen weltweit. (05.09.2006)
Rehabilitierung der Wasserversorgung von Luanda
Die Nürnberger Gauff GmbH & Co. Engineering KG liefert im Auftrag des angolanischen Energie- und Wasserministeriums Versorgungseinrichtungen für ein innerstädtisches Wasserversorgungsnetz der angolanischen Hauptstadt Luanda. Die Lieferung ist Teil einer lokalen Rehabilitationsmaßnahme, deren Kosten auf insgesamt EUR 80 Mio. veranschlagt werden. Die beiden ersten Abschnitte, in denen auch Ingenieur- und Managementdienstleistungen eingeschlossen sind, haben einen Auftragswert in Höhe von EUR 50 Mio. und werden zu 85 % von der AKA Ausfuhrkredit-Gesellschaft mbH und der Commerzbank AG, beide Frankfurt, finanziert. Während das angolanische Finanzministerium für diesen Betrag mit Zahlungsgarantien zur Verfügung steht, sichert die Bundesregierung den gebundenen Finanzkredit der HVB mit einer Finanzkreditdeckung und übernimmt für den Exporteur eine Ausfuhrbürgschaft sowie eine Vertragserfüllungsgarantie.
Die angolanische Regierung hatte im November 2003 ein Dringlichkeitsprogramm zur Verbesserung der Wasserversorgung Luandas vorgelegt und an die internationale Gemeinschaft appelliert, sie in der Umsetzung unterstützen. Denn das derzeitige System der Wasserversorgung entspricht durch den starken Bevölkerungszuwachs und die langjährigen Kriegseinwirkungen schon lange nicht mehr den Anforderungen an eine ausreichende und einwandfreie Versorgung mit Trink- und Brauchwasser, sodass die Bevölkerung unter ernsthaften Gesundheits- und Umweltproblemen leidet. Krankheiten, die auf Wasserknappheit und auf kontaminiertes Wasser zurückzuführen sind, nehmen stetig zu. Malaria und Cholera sind allgegenwärtig und tragen mit fast zwei Dritteln zur Mortalitätsrate bei. Die Sterblichkeitsrate bei Kindern aufgrund von Durchfall hat sich in den 90er Jahren fast verdoppelt und ist mit 36 % eine der höchsten der Welt.
Für die Bundesregierung liegen die entwicklungspolitischen und sozialen Aspekte zur Förderungswürdigkeit des Projekts auf der Hand: Armutsbekämpfung, Verbesserung der öffentlichen Gesundheit und Schaffung von Arbeitsplätzen im Bestellerland. Und die Tatsache, dass die angolanische Regierung für das Vorhaben Staatsgarantien zur Verfügung stellt, unterstreicht dessen volkswirtschaftliche Bedeutung für Angola. (02.08.2006)
Alstom Power Generation errichtet Braunkohlekraftwerk Maritza East I
Das Konsortium ALSTOM Power Generation AG, Mannheim und ALSTOM Power Boiler GmbH, Stuttgart wurde mit der schlüsselfertigen Errichtung von zwei Blöcken des Braunkohlekraftwerkes Maritza East I am Standort Galobovo, ca. 270 km östlich von Sofia, beauftragt. Die Bruttokapazität des Kraftwerkes soll insgesamt 670 MW betragen. Unter Berücksichtigung eines Eigenverbrauches in Höhe von ca. 10,5 % wird die Nettokapazität bei 600 MW (2 x 300 MW) liegen. Das von der amerikanischen AES Corporation entwickelte und betriebene Neubau-Projekt ersetzt das alte 500 MW Kraftwerk, das sich derzeit auf dem Projektgelände befindet und vollständig abgeschaltet und abgebaut wird. Es handelt sich hierbei somit um ein Brownfield Projekt, bei dem das bereits erschlossene Projektgelände und die vorhandene Infrastruktur genutzt wird. Das Projekt Maritza East I ist Teil der strategischen Energiepolitik der bulgarischen Regierung, die eine Modernisierung aller thermischen Kraftwerke beinhaltet.
Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei rd. EUR 1,1 Mrd. Der Bund gewährt eine kombi-nierte Ausfuhr- und Finanzkreditdeckung für den deutschen Liefer- und Leistungsanteil. Der im Rahmen der Ausfuhrdeckung gedeckte deutsche Anteil beträgt rd. EUR 327 Mio. Als Dar-lehensgeber unter dem gedeckten Finanzkredit tritt ein Bankenkonsortium unter Federführung der Calyon Corporate and Investment Bank, London, auf. Neben den Lieferungen und Leistungen werden einzelne Komponenten im Rahmen von Unterlieferverträgen durch fran-zösische, italienische und tschechische Unternehmen geliefert. Die Zulieferungen aus Frank-reich sind im Rahmen einer Parallelversicherung durch die französische Exportkreditversi-cherung Coface abgedeckt. Neben der EBRD ist auch die MIGA an der Finanzierung betei-ligt. Eine kommerzielle Tranche rundet das komplexe Finanzierungspaket ab. (19.07.2006)
Strukturierte Finanzierung für schlüsselfertigen Petrochemie-Komplex
Im Juni 2006 hat der Interministerielle Ausschuss eine Fabrikationsrisiko- und eine Ausfuhrgarantie für die schlüsselfertige Errichtung eines Petrochemie-Komplexes zur Herstellung von Ammonium-Harnstoff-Lösung (AHL) und Melamin in Trinidad und Tobago bereitgestellt. Kreditgeber für das Projekt ist die KfW aus Frankfurt, die diese Finanzierung über eine Finanzkreditdeckung absichert.
Im Auftrag der Methanol Holdings (Trinidad) Ltd. (MHTL) mit Sitz in Point Lisas baut die MAN Ferrostaal AG, Essen, diese Anlage mit einer Kapazität von 1,48 Mio. t AHL und 60.000 t Melamin pro Jahr. Das Fremdfinanzierungsvolumen beträgt 1,2 Mrd. US-Dollar. Die MAN Ferrostaal AG hat in Trinidad bereits vier Methanol-Anlagen für MHTL sowie zwei Ammoniak-Anlagen gebaut.
Die Finanzierung des Geschäfts erfolgt über eine strukturierte Finanzierung, die Erlöse aus dem Verkauf der AHL- und Melaminproduktion werden zur Tilgung der Darlehensraten ver-wendet.
MHTL ist der zweitgrößte Methanolproduzent und größte Methanolexporteur weltweit mit ca. 4 Mio. t Jahreskapazität. Mit der Errichtung der Anlage verfolgt die MHTL das Ziel, ihr Produktportfolio zu erweitern. Grundstoff für die Herstellung der Produkte ist Erdgas, welches über die Zwischenprodukte Ammoniak und Urea zu AHL und Melamin synthetisiert wird. Bei AHL handelt es sich um Flüssigdünger, während Melamin in einer Vielzahl von Endprodukten Anwendung findet, z.B. für die Oberflächenbeschichtung von Laminatböden und Möbeln. Die Produkte sind im Wesentlichen für den Export in die USA und nach Europa bestimmt. (19.07.2006)
Armenien erhält erste Hermesdeckung seit den 80er Jahren
Der Interministerielle Ausschuss stellt sowohl eine Fabrikationsrisiko- als auch eine Ausfuhrgarantie für ein Exportgeschäft nach Armenien zur Verfügung. Damit übernahm der Bund erstmals seit Mitte der 80er Jahre eine Exportkreditgarantie für dieses Land. Exportierendes Unternehmen ist die Achenbach Buschhütten GmbH aus Kreuztal im Siegerland, ausländischer Abnehmer die Rusal Armenal CJSC, Erevan, eine Tochter der OAO Rusal, Moskau. Die Finanzierung des Exportgeschäfts mit einem Gesamtauftragswert von EUR 42,6 Mio. erfolgt zu rund 85 % durch einen gebundenen Finanzkredit der Bayrischen Landesbank, für den der Bund ebenfalls eine Deckung bereitgestellt hat.
Seit dem Jahr 2004 wird der zwischenzeitlich stillgelegte Walzbetrieb in Erevan von der Firma Achenbach wieder instand gesetzt und gleichzeitig umfassend modernisiert. Ziel der Rusal ist dabei die flexible und zukunftsorientierte Anpassung der Produktion an den Markt bei einer gleichzeitigen Qualitätsverbesserung seiner Walzprodukte auf Weltmarktniveau und einer deutlichen Produktivitätssteigerung. Der Auftrag umfasst die komplette Modernisierung der sechs vorhandenen Folienwalzwerke, eines Bandwalzwerkes, dreier Bandgießanlagen und der diversen Zusatzeinrichtungen. Als Generalunternehmer liefert Achenbach unter anderem auch die für die Produktion notwendigen Walzenschleifmaschinen und Glühöfen. Nach Abschluss des Großprojekts wird Rusal Armenal im Jahr 2007 voraussichtlich 25.000 Tonnen dünnster Aluminiumfolie pro Jahr walzen.
Für die Republik Armenien, derzeit in die Länderkategorie 6 eingruppiert, besitzt das Projekt eine besonders große volkswirtschaftliche Bedeutung. So stellt Armenien selbst einen Wachstumsmarkt für Aluminiumband und -folie dar, gleichzeitig kann mit einer Produktion nach westlichen Qualitätsstandards die Exportquote deutlich erhöht und die Erwirtschaftung von Devisen gewährleistet werden. Zudem ist Rusal Armenal der größte Arbeitgeber des Landes. (13.04.2006)
Rehabilitierung des kroatischen Eisenbahnnetzes
Die MAN Ferrostaal AG, Essen liefert Maschinen und Ausrüstungen an die Kroatische Eisenbahn in Zagreb für die Rehabilitierung des kroatischen Eisenbahnnetzes. Der Auftrag hat eine Größenordnung von 30 Mio. Euro (davon gedeckt 26,5 Mio. Euro) und ist der dritte und letzte Teil eines Rahmenvertrags, den MAN Ferrostaal im Jahr 2003 mit der kroatischen Eisenbahn unter Einbindung der Regierung abgeschlossen hatte. Der erste Abschnitt dieses Vertrags in Höhe von 40 Mio. Euro wurde bereits im Jahr 2003 ohne Hermesdeckungen durchgeführt, während der Bund den zweiten Abschnitt (Auftragswert 60 Mio. Euro) in Höhe des deckungsfähigen Volumens von 46,3 Mio. Euro im März 2004 in Deckung genommen hat.
Vor dem Hintergrund der Entwicklung des paneuropäischen Verkehrssystems der Eisenbahnen hatte der kroatische Staat der Europäischen Union Zusagen zur Rehabilitierung ihres Streckennetzes abgegeben. Bevorzugt ausgebaut werden sollte dabei die Strecke Zagreb – Split mit dem Ziel, die Gesamtfahrzeit für diese Strecke von derzeit 7,5 Stunden auf 5 Stunden zu reduzieren und außerdem die Sicherheitseinrichtungen auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Hierzu bedurfte es sowohl der Überholung der Strecke als auch den Einsatz modernster Signaltechnik. Bei dem jetzigen dritten Abschnitt handelt es sich um die Teilstrecke Knin – Split. Er wird von der KfW finanziert, während der Bund eine kombinierte Ausfuhr- und Finanzkreditdeckung stellt. (23.02.2006)
Bund fördert Export einer Wellpappenfabrik aus Weiherhammer an ecuadorianischen Bananenproduzenten
Die Bundesregierung unterstützt den Export einer Anlage zur Herstellung von Wellpappe der Firma BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH aus der oberpfälzischen Stadt Weiherhammer nach Machala in Südecuador. Die Anlage hat einen Auftragswert von 12,5 Mio. Euro und wird von der Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart, finanziert.
Abnehmer und künftiger Betreiber der Wellpappenanlage ist einer der drei größten Bananenproduzenten Ecuadors, die Agro Comercio Palacios Marquez Palmar Cia. Ltda. Die Firma benötigt für den Export rund 400.000 Pappschachteln pro Woche, die bislang von den anderen beiden großen Bananenproduzenten Ecuadors zugekauft wurden. Mit der neuen Anlage aus Deutschland kann Palmar künftig seine Kosten um bis zu 4,8 Mio. US-Dollar jährlich reduzieren.
Die Anlage wird nach den neuesten nationalen und internationalen Umweltstandards errichtet. Für die Herstellung von Wellpappe werden sowohl Recyclingpapiere als auch Papiere aus einem Gemisch aus Halbzellstoff und umweltfreundlichem Recyclingpapier, außerdem Papier- und Stärkeleim verwendet. Durch die moderne Fertigungstechnik können im Vergleich zu den älteren in Ecuador eingesetzten Anlagen mehr als 10 % Papier und Rohstoffe eingespart werden.
Der für die Vergabe der staatlichen Exportkreditgarantien (Hermesdeckungen) zuständige Interministerielle Ausschuss hat für das Projekt eine Ausfuhrdeckung und die Deckung des gebundenen Finanzkredits zugesagt. (13.02.2006)
Siemens liefert Triebzüge an Bulgarische Staatsbahn
Die Siemens Aktiengesellschaft, Erlangen liefert 25 elektrische Triebzüge mit einem Auftragswert von EUR 117 Mio. an die Bulgarische Staatsbahn in Sofia. Finanziert wird das Geschäft durch die KfW IPEX-Bank, während die Bundesregierung Exportkreditgarantien für das Fabrikations- und das Ausfuhrrisiko sowie für die Absicherung des Finanzkredits zur Verfügung stellt.
Die Bulgarische Staatsbahn verfügt derzeit über einen völlig veralteten Fahrzeugpark, der erhebliche Reparaturaufwendungen notwendig macht und einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr gewährleistet. Da auch der Komfort nicht den heutigen Anforderungen genügt, verliert die Bahn ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Straßenverkehr. Der Verkehr verlagert sich zunehmend auf die Straße, was wiederum eine zusätzliche Umweltbelastung durch den steigenden Pkw-Verkehr zur Folge hat. Zudem kann das bulgarische Straßennetz keine weitere Steigerung des Kraftfahrzeugverkehrs verkraften ohne Gefahr zu laufen, dass die Unfallhäufigkeit deutlich steigt. Dies machte Gegenmaßnahmen von Seiten der Bulgarischen Staatsbahn dringend erforderlich, wobei höherer Passagierkomfort, kürzere Fahrzeiten und hohe Zuverlässigkeit im Vordergrund stehen.
Für Siemens bedeutet dieses Geschäft den Ausbau der Aktivitäten im Schienenverkehrsmarkt in Bulgarien mit der Möglichkeit für Folgeaufträge auf dem südosteuropäischen Markt. Zusammen mit den schon bestehenden Lieferaufträgen in Rumänien und Ungarn verbessert dieser weitere Auftrag ganz erheblich die Marktstellung des Unternehmens in dieser Region.
Ein wichtiger Aspekt für die Bundesregierung ist die Einbeziehung zahlreicher kleiner und mittelständischer Betriebe in die Produktion der Triebzüge. Ihr Anteil am Auftragswert beläuft sich auf über 20 %. Das Projekt sichert damit nicht nur Beschäftigung bei Siemens selbst, sondern darüber hinaus auch ganz erheblich bei kleinen und mittelständischen Zulieferbetrieben. (09.02.2006)
Voith Siemens saniert Wasserkraftwerk in Albanien
Im November 2005 hat der Interministerielle Ausschuss (IMA) eine endgültige Zusage über die Übernahme einer Fabrikationsrisiko- und Ausfuhrrisikodeckung für Rehabilitierungs- sowie Modernisierungsarbeiten an den zwei albanischen Wasserkraftwerken Bistrica I und II sowie im Übertragungs- und Verteilungsnetz der umliegenden Region übernommen. Auftraggeber ist der albanische Energieversorger Korporata Elektroenergjetike Shqiptare, ausführendes Unternehmen die Voith Siemens Hydro Kraftwerkstechnik GmbH & Co. KG aus Heidenheim als Generalunternehmer. Der Exportvertrag hat einen Auftragswert von rund 12 Mio. EUR. Die darin enthaltenen Lieferungen und Leistungen werden durch einen FZ-Entwicklungskredit der KfW Entwicklungsbank, Frankfurt, finanziert.
Die Kraftwerke liegen ca. 20 km von der Hafenstadt Sarande, der größten Stadt im südlichen Albanien, entfernt und sind mit einer Engpassleistung von 3x8 MW (Bistrica I) bzw. 1x5,5 MW (Bistrica II) die einzigen Erzeugungseinheiten in diesem Landesteil, die in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Im Durchschnitt der letzten Jahre stellten diese beiden Kraftwerke rund 70 % des Stromverbrauchs in der Region bereit. Die einzige zusätzliche Versorgungsquelle besteht aus einer 110 kV-Leitung aus dem Norden des Landes. Diese Leitung versorgt auf ihrem Weg nach Sarande noch drei weitere Städte. Damit kommt dem Betrieb der beiden Kraftwerke eine herausragende Bedeutung für die Sicherung der Stromversorgung der Region zu. Auf Grund des schlechten technischen Zustands der Kraftwerke und des Übertragungs- und Verteilungssystems ist der weitgehend störungsfreie Betrieb der Anlagen ohne die geplanten Ertüchtigungsmaßnahmen nicht mehr gewährleistet. In der Folge kann es zu häufigen und lang andauernden Stromausfällen kommen.
Im Zuge der dringend notwendigen Rehabilitierung und Instandsetzung der Wasserkraftwerke werden mechanische und elektrische Komponenten, so zum Beispiel eine Kaplan-Turbine mit einer Leistung von 5,5 MW und ein Generator rehabilitiert, und neu in Betrieb genommen. Durch die verschiedenen Arbeiten kann die Lebensdauer der Wasserkraftwerke deutlich verlängert und die kontinuierliche Versorgung mit elektrischem Strom für rund 300.000 Einwohner langfristig gesichert werden.
Da es sich um Rehabilitierungsmaßnahmen an zwei bereits bestehenden Kraftwerken handelt, sind gegenüber dem derzeitigen Zustand keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt oder die Lebensräume der Menschen vor Ort zu erwarten. Im Gegenteil weisen die geplanten Maßnahmen sogar positive Umweltwirkungen auf. So kommt es derzeit durch vorhandene Leckagen an den Anlagen zu Wasserverunreinigungen durch Schmiermittel. Durch den Einsatz von wartungsfreien Lagern mit verringertem Schmiermitteleinsatz wird dieser Effekt signifikant reduziert werden.
Der Projektumfang beinhaltet ebenfalls die Errichtung einer neuen 110/20 kV Schaltanlage in Gjirokaster sowie die Erweiterung der bestehenden 110/20 kV Schaltanlage der Hafenstadt Sarande, worüber die Zuverlässigkeit der Stromversorgung dieser beiden Städte wesentlich erhöht wird. ( 16.01.2006)
EvoBus liefert 450 Busse nach Istanbul
Die EvoBus GmbH, Stuttgart - eine Tochtergesellschaft der Daimler Chrysler AG - hat gegen internationale Konkurrenz den Auftrag der Istanbuler Öffentlichen Nahverkehrsgesellschaft I.ETT. Is Genel Müdürlügü zur Lieferung von 350 Solo- und 100 Gelenkbussen erhalten. Der Auftrag hat einen Lieferwert von rund 106 Mio Euro und wird zu 85% aus einem gebundenen Finanzkredit des Bankenkonsortiums bestehend aus der Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart und der Commerzbank AG, Frankfurt finanziert. Die Besonderheit des Geschäfts besteht darin, dass die Stadt Istanbul als Garantiegeber für die siebenjährige Laufzeit der Finanzierung auftritt. Der Bund fördert diesen Exportauftrag mit einer Ausfuhrbürgschaft und einer Bürgschaft für den gebundenen Finanzkredit.
Die Busse werden in Mannheim produziert und stärken so die Beschäftigungssituation an diesem Standort. Für den Zuschlag des Auftrags sprach vor allem die Niederflur-Technologie der Busse. Die stufenlosen Einstiegsbereiche und ebenen Durchgänge ermöglichen und erleichtern mobilitätseingeschränkten Personen die Nutzung der Busse Auch Personen mit höherem Behinderungsgrad wie z.B. Rollstuhlfahrer können mittels Absenkvorrichtung und Auffahrrampe die Busse nutzen.
Ein weiteres wichtiges Kaufargument für I.E.TT. waren die hoch modernen Motoren, deren Technologie den Euro III Emissionsvorschriften entspricht. Die Stadt Istanbul schreibt schon heute diese für die Länder der EU geltenden Emissionsvorschriften vor, um dem zunehmenden Schadstoffausstoß der wachsenden Stadt entgegenzuwirken. Mit den Bussen von EvoBus soll der Öffentliche Personennahverkehr nunmehr weitaus attraktiver gestaltet werden, um dem rasanten Anstieg des lndividualverkehrs mit den ungünstigen Begleiterscheinungen Einhalt zu gebieten. ( 13.01.2006)

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