FAQ Iran

Hier finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Für weitere Informationen sprechen Sie uns gerne an.

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Die Beschlusslage für den Iran sieht vor, dass für die Indeckungnahme von Geschäften zu Kreditbedingungen (mehr als 360 Tage Kreditlaufzeit) grundsätzlich Sicherheiten des iranischen Finanzministeriums oder der Zentralbank notwendig sind. Gleiches gilt im Prinzip auch für Geschäfte mit Kreditlaufzeiten bis zu 360 Tagen. Hier gibt es jedoch Ausnahmen.

Im Kurzfristbereich kann auf iranische Staatssicherheiten verzichtet werden, wenn alternativ:
- der ausländische Kunde ein verbundenes Unternehmen des Exporteurs ist
- der ausländische Kunde zu einem internationalen Konzern gehört, dessen Bonität außer Zweifel steht
- Sicherheiten einer iranischen Bank vorliegen, über die es aussagekräftige und belastbare Informationen gibt
- Sicherheiten aus Drittstaaten (z. B. Akkreditive oder Zahlungsgarantien von Banken außerhalb des Irans) vorliegen

Im Sammeldeckungsbereich bestehen für ausfuhrgenehmigungspflichtige Waren sowie für alle Waren, die ganz oder teilweise zur Errichtung oder zum Betrieb einer Anlage für kerntechnische Zwecke bestimmt sind, keine Deckungsmöglichkeiten. Des Weiteren gilt, dass für bankbesicherte Geschäfte (außer mit der iranischen Zentralbank) keine Limite eingerichtet werden, sondern über jedes konkrete Einzelgeschäft entschieden wird. Ob Einzel- oder Sammeldeckung: In allen Fällen erfolgt die Entscheidung auf Einzelfallbasis. Darüber hinaus unterstützt die Bundesregierung deutsche Unternehmen bei Direktinvestitionen im Iran durch die Absicherung der politischen Risiken.

Grundsätzlich sind bei kurzfristigen als auch mittel-/langfristigen Geschäften Sicherheiten des Finanzministeriums oder der Zentralbank erforderlich. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn entweder das iranische Finanzministerium (Ministry of Economic Affairs and Finance) oder die iranische Zentralbank (Bank Markazi) für sämtliche Zahlungsverpflichtungen des ausländischen Kunden aus dem beantragten Geschäft garantiert.

Eine Staatsgarantie wird projektbezogen vom iranischen Finanzministerium oder der Zentralbank vergeben. Üblicherweise wird diese Garantie vom iranischen Besteller / Darlehensnehmer beantragt.

Ein Verzicht auf diese Sicherheiten ist lediglich im Kurzfristgeschäft (bis zu 360 Tagen Kreditlaufzeit) möglich, wenn
- es sich um ein verbundenes Unternehmen handelt
- das Unternehmen einem internationalen Konzern angehört, dessen Bonität außer Zweifel steht oder
- Sicherheiten einer iranischen Bank vorliegen, über die aussagekräftiges Auskunftsmaterial zur Verfügung steht oder
- Drittlandsicherheiten (z.B. Akkreditive oder Zahlungsgarantien von Banken außerhalb des Irans) vorliegen.

Zudem kann im Mittel- bzw. Langfristgeschäft (Kreditlaufzeiten von mehr als 360 Tagen) bei Projektfinanzierungen und sonstigen strukturierten Finanzierungen, ggf. auf Gegengeschäftsbasis auf eine Staatsgarantie verzichtet werden. Siehe aktuelle Deckungspolitik.

Folgende allgemeine Voraussetzungen gelten, damit iranische Banken als Sicherheitengeber in Frage kommen:
- Es müssen belastbare und aussagekräftige Informationen über die iranische Bank zur Verfügung stehen
- Die Bank muss sanktionsrechtlich unbedenklich sein.

Informationen über die noch bestehenden Finanzsanktionen gegen den Iran sowie iranische Banken stellt die Deutsche Bundesbank und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zur Verfügung.

Es gelten die allgemeinen Anforderungen. Darüber hinaus muss der Exporteur und ggf. die finanzierende Bank eine Sanktionskonformitätserklärung für das beantragte Geschäft abgeben. Mit dieser Erklärung bestätigen Sie, dass das zur Deckung beantragte Geschäft nicht gegen das geltende Ausfuhr- und Sanktionsrecht verstößt.

Eine Erklärung zur Sanktionskonformität des geplanten Exportgeschäfts ist stets erforderlich. Exporteure und Banken erhalten das Formular für die Sanktionskonformitätserklärung unmittelbar, nachdem sie einen Antrag auf die Indeckungnahme des Geschäfts gestellt haben.

Nicht alle Güter und Warenarten dürfen in den Iran exportiert werden. Es bestehen Einschränkungen, die sich u.a. aus dem Außenwirtschaftsrecht ergeben. Ob eine Genehmigungspflicht besteht, hat der Exporteur im Vorfeld zu prüfen. Für Güter und Warenarten, die entsprechend nicht exportiert werden dürfen, können natürlich auch keine Exportkreditgarantien übernommen werden. Informationen zu den Warenarten und Gütern, die einer Exportkontrolle unterliegen, finden Sie auf der Webseite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). In dem Bereich der Sammeldeckungen bestehen keine Deckungsmöglichkeiten für ausfuhrgenehmigungspflichtige Ware sowie alle Waren, die ganz oder teilweise zur Errichtung oder zum Betrieb einer Anlage für kerntechnische Zwecke bestimmt sind.

Sprechen Sie hierzu bitte Ihre Hausbank, die örtliche Industrie- und Handelskammer bzw. die deutsche Auslandshandelskammer an. 

Für Geschäfte mit dem Iran gilt wie für alle anderen Länder auch: Exportgarantien schützen ähnlich wie eine Versicherung vor politisch und wirtschaftlich bedingten Zahlungsausfällen. Hermesdeckungen ermöglichen damit in vielen Fällen erst eine Finanzierung. Die Finanzierung selbst erfolgt jedoch durch Banken.

Nein. Es werden aktuell keine Deckungen für Lokalwährungsforderungen im Iran übernommen.

Es besteht die Möglichkeit, ausländische Zulieferungen in die Bundesdeckung einzubeziehen. Die zulässige Höchstgrenze ist von dem jeweiligen Geschäft abhängig.
Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Schriftenreihe Hermesdeckungen spezial: Einbeziehung von Auslandsanteilen in die Hermesdeckung  sowie in der Broschüre Voranfrage zur Einbeziehbarkeit ausländischer Zulieferungen.

Örtliche Kosten sind Aufwendungen für Lieferungen und Leistungen aus dem Bestellerland, die zur Ausführung des Exportvertrags erforderlich sind oder die einen notwendigen Bestandteil eines Gesamtprojekts darstellen. Hierzu gehören beispielsweise Aufwendungen für Lieferungen und /oder Leistungen örtlicher Subunternehmer für Material und Energie sowie für Personalkosten vor Ort. Örtliche Kosten können nur in die Deckung einbezogen werden, wenn sie Teil der Ausfuhrforderung des deutschen Exporteurs sind. Im Bereich mittel- und langfristiger Geschäfte ist darüber hinaus nach OECD- und EU-Vorgaben zu beachten, dass örtliche Kosten (zu Kreditbedingungen) generell nur bis zu 23% des Auftragswerts (30% des Exportauftragswerts) in die Deckung einbezogen werden können.

Für die Absicherung seines Exportgeschäfts zahlt der Deckungsnehmer Bearbeitungsgebühren und Entgelte. Das Entgelt hängt u.a. von der Risikoeinstufung des Geschäfts ab. Informationen über Grundlagen des Entgeltsystems finden Sie in der Schriftenreihe Hermesdeckungen Spezial: Entgeltberechnung. Die Gebühren und Entgeltsätze sind im Verzeichnis der Gebühren und Entgelte aufgeführt.

Der Iran befindet sich aktuell in der Länderkategorie 6.

Die OECD befasst sich regelmäßig mit der Länderrisikoeinstufung. Sollte sich die makroökonomische Situation des Irans stabilisieren bzw. verbessern und die Exportkreditagenturen der OECD positive Zahlungserfahrungen verzeichnen, kann der Iran in eine noch bessere Risikoklasse eingestuft werden.